Opel Hendry raus!
Detroit - Monate vor dem Amtsantritt von Carl-Peter Forster, dem designierten Hendry-Nachfolger, soll bei Opel offensichtlich aufgeräumt werden. Der US-Automobilkonzern General Motors wird möglicherweise schon am heutigen Montag das vorzeitige Ausscheiden von Opel-Vorstandschef Robert Hendry bekannt geben. Dies berichtet das "Handelsblatt" in seiner Montagausgabe. Gerüchte habe es in Unternehmenskreisen vor der Detroit Motor Show gegeben.
Für eine Übergangszeit von mehreren Monaten solle Wolfgang Strinz, derzeit stellvertretender Vorstandsvorsitzender, den Chefposten bei Opel übernehmen. Zuvor war in Rüsselsheim noch die Rede davon, dass Hendry bis zum Amtsantritt von Forster im Amt bleibt. Dieser ist momentan noch Produktionsvorstand bei BMW, und der Münchener Konzern will Forster nicht aus seinem derzeit noch laufenden Vertrag entlassen.
Ein Wechsel an der Spitze der deutschen General Motors-Tochter Opel gilt angesichts rückläufiger Marktanteile, einer wenig attraktiven Modellpalette und hoher Verluste im Management und bei den Arbeitnehmervertretern als überfällig. Mit Forster würde ein Autofachmann statt eines Finanzexperten ans Steuer kommen. Auch der Sprachvorteil gegenüber dem Amerikaner Hendry wäre wichtig, um das angeschlagene Image wieder aufpolieren zu können.
Hendrys Position ist bereits seit Monaten umstritten. Der von der Schwesterfirma Saab geholte Manager konnte die von ihm angekündigte Wende bei den Marktanteilen nicht erreichen. Auch die Fahrt aus der Verlustzone gelang nicht. Nach einem operativen Verlust von 344 und 225 Millionen Mark in den beiden Vorjahren hatte Hendry für 2000 wieder schwarze Zahlen in Aussicht gestellt. Dieses Ziel wurde erneut deutlich verfehlt. Für das auslaufende Jahr wird Opel einen hohen dreistelligen Verlust ausweisen müssen.