Opel: Konkurrenz vom Mutterkonzern - DER SPIEGEL
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Opel Konkurrenz vom Mutterkonzern

Schlechte Absatzzahlen, Gerangel in der Führungsetage - Opel hat schon weit bessere Zeiten gesehen. Und nun noch das: Angeblich will der Mutterkonzern GM mit japanischen Autofirmen ein Konkurrenzauto auf den europäischen Markt bringen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Rüsselsheim - Noch sind die Auswirkungen der Allianz von GM und Fiat auf Opel nicht richtig klar, da droht mögliches Ungemach aus Japan: GM plant nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" an Opel vorbei mit Fuji/Subaru und Suzuki einen Mittelklassewagen für den europäischen Markt.

"Das ist Spekulation. Noch sind keine Entscheidungen gefallen", wiegelt Opel-Pressechef Uwe Berlinghoff ab. Die amerikanische Konzernmutter schmiede eine Reihe Bündnisse und Allianzen, um ihre Palette weltweit zu verbreitern. Am Subaru-Produzenten Fuji Heavy Industries ist GM mit 20 Prozent beteiligt. Sollten die bekannt gewordenen Gedankenspiele Wirklichkeit werden, könnte dies Opel auf dem Heimatmarkt zusätzliche Konkurrenz ausgerechnet aus dem eigenen Konzern machen.

Ohnehin haben die Rüsselsheimer bei Autokäufern hier zu Lande mehr zu kämpfen denn je. Seit Jahren ist der Marktanteil rückläufig - und sinkt weiter. Nach Zahlen des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamtes gingen die Zulassungen von Opel-Fahrzeugen in den ersten vier Monaten 2000 um mehr als 20 Prozent auf nur noch rund 137.200 zurück.

Die Lage sei zwar "unbefriedigend", jedoch nicht "hoffnungslos", gab Opel-Chef Robert Hendry jüngst Durchhalteparolen aus. Bereits für 1999 hatte der Amerikaner einen Marktanteil von 14,8 Prozent avisiert. Von dieser Marke können die Rüsselsheimer derzeit aber nur träumen. Das macht es Opel schwerer, wie angekündigt 2000 endlich die Gewinnzone zu erreichen.

Die im Vergleich zu den Konkurrenten miserablen Zahlen sind auch der Grund für die ständigen Wechsel im Opel-Vorstand. Der Rücktritt des PR-Chefs Horst Borghs vor wenigen Tagen markierte einen neuen Höhepunkt der Turbulenzen in der Opel-Führungsmannschaft und löste Schockwellen bis tief in die Belegschaft aus. Neben Querelen mit der Konzernmutter, den Öffentlichkeitsarbeitern der GM-Europazentrale in Zürich und seinem Zerwürfnis mit Hendry hatte Borghs vor allem ein Problem: Wie soll man immer neue Verluste und Negativmeldungen gut nach außen verkaufen?

Olaf Zapke