Opel-Krise "Ein Käuferstreik ist sicher"
"Die Entscheidungen berühren das Leben vieler Menschen. Deshalb haben wir es uns nicht leicht gemacht", beteuerten die europäischen GM-Statthalter Frederick Henderson und Carl-Peter Forster. An Käufer und Händler gerichtet versicherten die Manager, dass General Motors auch weiter in Deutschland und Europa Autos entwickeln und herstellen werde. Das Unternehmen werde hier zu Lande weiter investieren.
Zurück zum Loser-Image
Möglicherweise bleibt die Initiative ohne Wirkung. Die öffentliche Wut auf GM könnte sich auf den Opel-Absatz auswirken. Auch die Marke selbst ist bedroht. Ihr könnte bald wieder jenes Loser-Image anhaften, von dem sich die Rüsselsheimer gerade erst befreit hatten.
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Beobachter rechnen jedenfalls mit Folgen für das Geschäft. "Ein Käuferstreik ist sicher", sagt Christoph Stürmer, Autoexperte beim Prognoseinstitut Global Insight. Wenn Opel derartig öffentlich durch das US-Management gedemütigt werde, habe das Folgen für die Marke. "Das Vertrauen der Käufer, aber auch der Händler, in Opel wird geschädigt", erklärt Stürmer.
Der Boykott träfe den Autobauer zur Unzeit. Der Absatz dümpelt in Deutschland ohnehin seit Jahren auf niedrigem Niveau vor sich hin. Verursacht durch das stiefmütterliche US-Management hatten die Rüsselsheimer zudem in den neunziger Jahren Qualität, Image und Marktanteilen verloren. Seit der Omega nicht mehr im Programm ist, fehlt der Anschluss an die automobile Oberklasse.
Das Autobauen nicht verlernt
Dennoch haben die Opelaner in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie das Autobauen nicht verlernt haben. Qualität und Design stimmen wieder. Mit dem Zafira setzte Opel ebenso frühzeitig wie erfolgreich auf das Minivan-Segment. Noch besser läuft es beim neuen Astra. Unlängst hat Opel die Absatzprognosen für den Golf-Konkurrenten nach oben korrigiert. Größtes Sorgenkind bleibt indes der Vectra, der sich weiter schlecht verkauft. Kein Wunder, das vom Vectra dominierte Stufenhecksegment gilt als sterbender Markt.
Opel-Krise: Die Hoffnungsträger
In der kommenden Woche will Opel nunmehr die wichtige Kombiversion des Astra in die Verkaufsräume bringen. "Die Premiere findet statt", bekräftigen die Verantwortlichen in Rüsselsheim, wobei sie sich ein günstigeres Umfeld wünschen. "In der aktuellen Diskussion kann man die Marke nicht ausklammern. Wir glauben aber, dass sich unsere Produkte durchsetzen", sagt ein Opel-Sprecher.
Ein trauriges Paradoxon zeigt sich da: Eigentlich will General Motors sein Europageschäft wieder auf Kurs bringen. Durch die massiven Einschnitte aber könnte sich die Krise ausweiten.