Opel-Rekord: Offenbar 1,5 Milliarden Mark Verlust - DER SPIEGEL
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Opel-Rekord Offenbar 1,5 Milliarden Mark Verlust

Opel hat in diesem Jahr nach Presseberichten offenbar einen neuen Rekordverlust eingefahren. Entgegen der Vereinbarungen im Sanierungsprogramm "Olympia" sollen jetzt Entlassungen nicht mehr ausgeschlossen sein.
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Rüsselsheim/Bochum - Der Gesamtverlust in diesem Jahr beläuft sich nach einem Bericht der Essener "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ("WAZ") auf rund 1,5 Milliarden Mark, andere Quellen sprechen von einen Betrag, der etwas darunter liegt. Im Jahr 2000 hatte der Verlust noch 982 Millionen Mark betragen. In der Rüsselsheimer Opel-Zentrale hieß es dazu am Dienstag lediglich: "Kein Kommentar". Einzelheiten über das Geschäftsergebnis 2001 würden Mitte Januar auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt veröffentlicht, sagte ein Opel-Sprecher.

Wie die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe berichtete, seien im Opel-Werk Bochum wegen eines Nachfrageeinbruchs auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr auszuschließen. Der Gesamtbetriebsrat von Opel lehnte diese Maßnahme am Dienstag in einer ersten Stellungnahme ab, auch, wenn der Verlust von Opel in diesem Jahr höher als bislang erwartet ausfallen sollte. "Wir haben einen europäischen Rahmenvertrag abgeschlossen, der ist eindeutig und klar", sagte Klaus Franz, Vorsitzender des Opel-Gesamtbetriebsrats.

Bei diesem Rahmenvertrag hatten sich Arbeitnehmer von Opel und das Management von General Motors Europa - der Muttergesellschaft von Opel - auf das Sanierungsprogramm "Olympia" geeinigt. Hierin war ausdrücklich auf betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen in Europa verzichtet worden.

Wegen der eingebrochenen Nachfrage solle die Gesamtproduktion bei Opel um weitere 200.000 Wagen gesenkt werden, vor allem bei den Modellen Astra und Corsa, schreibt die "WAZ". Im Werk Bochum soll es daher nicht erst wie zunächst geplant im August nächsten Jahres, sondern schon Monate vorher zur Stilllegung einer Astra-Schicht kommen. Der im Sanierungsprogramm angekündigte Abbau von 541 Arbeitsplätzen in Bochum werde sich um mehrere hundert erhöhen, heißt es dem Bericht zufolge werksintern.

Franz bestätigte, dass eine Astra-Schicht im Werk Bochum möglicherweise früher als erst im August nächsten Jahres stillgelegt werden könnte. Für dadurch wegfallende Arbeitsplätze gelte ebenfalls, dass sie sozialverträglich abgebaut werden müssten, also ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Wie die Zeitung weiter berichtete, will Opel die Bochumer Motorenproduktion aus Kostengründen nach Ungarn verlagern. Jetzt drohten auch die Pläne für eine neue Motorenfertigung in Kaiserslautern zu scheitern. Stattdessen solle dieser Motor vom japanischen Unternehmen Isuzu bezogen werden. Die Belegschaft in Kaiserslautern habe vom Vorstand bereits einen Ausgleich für die Fertigung gefordert, so die "WAZ".