Opel-Warnstreik "Schluss mit lustig"
Bochum/Rüsselsheim - "Mit dem Euro ist alles viel teurer geworden, wir brauchen diesmal eine Lohnerhöhung, die den Namen auch verdient", sagte ein Arbeiter. Mit der von den Arbeitgebern angebotenen Erhöhung um zwei Prozent will sich niemand zufrieden geben. "Wir haben von den ganzen Nullrunden die Nase voll!", schimpfte ein Kollege. Deshalb sei eine Lohnsteigerung von 6,5 Prozent keinesfalls zu viel. Denn die 11.000 Beschäftigten in den drei Bochumer Opel-Werken hatten nach dem Standortsicherungsvertrag seit 1993 auf rund 1,5 Prozent der vereinbarten Tariferhöhungen verzichtet. "Wenn wir bis Ende April keine Verhandlungslösung haben, dann ist Schluss mit lustig", ruft der IG-Metall--Bezirksleiter in NRW, Peter Gasse, den Streikenden zu.
Auch der Betriebsrat Rainer Einenkel ist aufgebracht. "Der ganze Lohnverzicht hat uns nur einen fortwährenden Stellenabbau gebracht." Im Zuge des Sanierungsprogramms "Olympia" würden im laufenden Jahr 1000 Stellen gestrichen. Und die Geschäftsführung habe zwei weitere Nullrunden und eine Kürzung des Weihnachtsgeldes gefordert.
Währendessen waren Beschäftigte am Mittag in einem Autokorso vom Rüsselsheimer Autowerk nach Mörfelden-Walldorf gezogen. "Wir arbeiten nicht für einen Appel und ein Ei, mit 6,5 Prozent sind wir dabei", forderten die Demonstranten auf Transparenten. Auch in Essen protestierten die Metaller mit Autos. Ein fünf Kilometer langer Autokorso mit rund 350 Wagen brachte zeitweise den Verkehr in der Innenstadt zum Erliegen.
Peter Gasse zeigte sich nach den Protestaktionen optimistisch für die kommenden Verhandlungen. "Nach diesen Warnschüssen bin ich zuversichtlich, dass wir zu einer Verhandlungslösung kommen."