Opel: Werksschließung in Deutschland? - DER SPIEGEL
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Opel Werksschließung in Deutschland?

Bei der Sanierung der angeschlagenen Opel AG denkt deren Chef Carl-Peter Forster auch über die Schließung eines deutschen Werkes nach. Der Betriebsrat kündigte bereits harten Widerstand an.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Rüsselsheim - "Die Schließung deutscher Werke ist eine von vielen Alternativen", sagte Opel-Personalvorstand Norbert Küpper. Branchenkreisen zufolge kommt dafür in der Bundesrepublik nur das Astra-Werk in Bochum in Frage. Dort produzieren nach Werksangaben rund 12.500 Angestellte jährlich mehr als 315 000 Fahrzeuge der Typen Astra und Zafira. Daneben stehen aber auch die Produktionsstätten Saragossa und Antwerpen auf der Prüfliste des Opel-Vorstands.

Der Opel-Betriebsrat kündigte für den Fall einer Werksschließung harte Proteste an. "Die Belegschaft wird sich nicht wie Lämmer zur Schlachtbank tragen lassen", sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Peter Jaszcyk.

Das Sanierungskonzept des Opel-Vorstandes, das den Namen "Olympia" trägt sieht einen Abbau der europäischen Produktionskapazität bis Ende 2003 um 15 Prozent vor. Dies entspreche rund 300.000 bis 350.000 Fahrzeugen im Jahr, die weniger gefertigt würden. Mit dem Krisenprogramm will Forster die deutsche Tochter des US-Autoherstellers General Motors (GM) nach zahlreichen Verlustjahren wieder in die Gewinnzone führen.

Der Kraftakt ist gewaltig. Insgesamt müssten rund zwei Milliarden Mark eingespart werden, um dieses Ziel zu erreichen, sagte Forster auf der Pressekonferenz am Opel Stammsitz in Rüsselsheim. Allerdings ist nicht allein die Produktion von Opel sanierungsbedürftig, wie der Opel-Chef einräumte. "Auch der Verwaltungsapparat ist übermäßig aufgebläht und insgesamt ineffizient".

Über die Anzahl der Arbeitsplätze, die dem Sanierungskurs zum Opfer fallen werden, wollte sich der Opel-Vorstand nicht äußern. Dazu sei es noch zu früh. Außerdem seien die Gespräche mit dem Betriebsrat zu diesem Thema noch nicht abgeschlossen. Im Übrigen würden etliche Arbeitsplätze ausgelagert und könnten auf diese Weise erhalten bleiben. Forster räumte allerdings ein, dass "eine vierstellige Zahl" betroffen sein wird. Forster betonte, dass die Sanierung nur im Übereinkunft mit der Belegschaft durchgeführt werden soll.