Optionsgewinne Deutsche Post verbucht deutlichen Quartalsüberschuss
Frankfurt am Main - Post-Chef Frank Appel verbreitet leisen Optimismus. Die Umsätze im Versandgeschäft seien im ersten Quartal zwar noch stärker zurückgegangen als Ende 2008, doch der Schrumpfungsprozess gehe langsam zu Ende.
Post-Tower in Bonn: Ende der Auftragsrückgänge in Sicht
Foto: DDP"Die Stabilisierung der Rückgangsraten weist auf ein Erreichen der Talsohle bei den Sendungsströmen hin", heißt es etwas umständlich in einer Erklärung des Logistikkonzerns. Bis auf das US-Expressgeschäft hätten alle Bereiche von Januar bis März schwarze Zahlen geschrieben. Verbessert habe sich das operative Ergebnis aber nur in der Sparte "Supply Chain", in der die Post Warenströme für Großkunden abwickelt.
Im deutschen Kerngeschäft mit Briefen sank das Ebit vor Einmaleffekten allerdings um rund 150 Millionen Euro. Das ist ein Rückgang um mehr als ein Viertel im Vergleich zu den vor Jahresfrist erwirtschafteten 546 Millionen Euro.
Dass im ersten Quartal dennoch ein so üppiger Gewinn zu Buche schlägt, führt der Konzern vor allem auf die "Marktbewertung der Put-Optionen auf Postbank-Aktien" zurück. Die komplizierte Konstruktion, mit der sich die Post über die nächsten Jahre von der Postbank trennen will, erhöhte den Nettogewinn im ersten Quartal auf fast eine Milliarde Euro. Im Vorjahr hatte er noch 407 Millionen Euro betragen.
Die Post muss die Verkaufsoptionen, die ihr die Deutsche Bank für 12,1 Prozent der Postbank-Aktien gewährt hat, stets nach dem Marktwert neu bewerten. Ihr Wert sei im abgelaufenen Quartal gestiegen. Die Optionen können aber erst von 2012 bis 2013 ausgeübt werden; sie sind die dritte und letzte Stufe des Verkaufsprozesses. Die Post hat für die Optionen bereits einen Fixbetrag von 1,1 Milliarden Euro im Voraus erhalten. Nach Angaben einer Post-Sprecherin kann das Unternehmen von den Kursschwankungen letztlich kaum profitieren.
Entsprechend riefen die Zahlen auch ein geteiltes Echo hervor. "Der Gewinn mit den Put-Optionen auf Postbank-Aktien verzerrt das Ergebnis", sagt ein Händler. Ein anderer sieht das Ergebnis eher positiv: "Die Zahlen sind in Ordnung, der Ausblick deutet auf eine Bodenbildung hin und auch die Fortschritte im US-Geschäft sind ein gutes Zeichen." Vor diesem Hintergrund müsse die Post eventuell weniger Zugeständnisse machen bei Kooperationsverhandlungen mit potentiellen Partnern in den USA.
Am Mittwoch steht bei der Post die Jahreshauptversammlung auf dem Programm. Vorbörslich notieren Deutsche-Post-Aktien allerdings knapp fünf Prozent leichter.