Oracle-Chef Larry Ellison: Milliardär, Lebemann, Polterer, Freund - DER SPIEGEL
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Unternehmer im Ruhestand: Die teuren Hobbys des Larry Ellison

Scheidender Oracle-Chef Larry Ellison Polterer mit Sinn für Freundschaft

Mit Larry Ellison verlässt eine der schillerndsten Figuren des Silicon Valley die große Bühne. Der 70-jährige Milliardär wurde durch seine aggressive Gangart, markige Sprüche und einen exzessiven Lebensstil zur Legende.
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Redwood Shores - Ein Mann des Kompromisses war Larry Ellison nie. Sein Unternehmen führte er mit harter Hand, und er liebte die öffentlichkeitswirksame Konfrontation mit seinen Widersachern. Jetzt tritt mit dem Oracle-Gründer einer der ganz Großen der amerikanischen Unternehmergeschichte von der großen Bühne ab. Dass er sich künftig raushält und seinen Nachfolgern freie Hand lässt, ist dennoch eher nicht zu erwarten.

Bescheidenheit ist sicher kein Wort, das auf Ellison zutrifft - wie auch seine zahlreichen teuren Hobbys beweisen. Er sammelt Häuser, Autos und Flugzeuge. Im Jahr 2012 kaufte er sich eine Insel bei Hawaii, laut Medienberichten für eine halbe Milliarde Dollar. Und er scheut keine Kosten für seine große Leidenschaft, das Segeln: Seine Teams gewannen immer wieder den prestigeträchtigen America's Cup, er ließ jüngst den Auftritt bei einer Kundenkonferenz ausfallen, um einem Entscheidungsrennen zuzusehen. Das Magazin "Forbes" führt ihn in der aktuellen Liste der reichsten Menschen der Welt mit einem Vermögen von 51,3 Milliarden Dollar auf Platz fünf. Er war viermal verheiratet und wurde viermal geschieden.

Getrieben ist Ellison von einem gnadenlosen Eroberergeist. Er zog mit harter Hand milliardenschwere feindliche Übernahmen durch und ist berüchtigt für verbale Attacken gegen Konkurrenten. Mit SAP und dessen Mitgründer Hasso Plattner verbindet Ellison sowieso schon lange eine herzliche Abneigung: Sie sind erbitterte Rivalen nicht nur im Geschäft, sondern auch bei Segelrennen. 2007 setzte Oracle auch eine juristische Schlacht gegen Europas führenden Softwarekonzern in Gang, nachdem Mitarbeiter einer amerikanischen SAP-Tochter Material von einer Oracle-Firma heruntergeladen hatten.

Männerfreundschaft mit Steve Jobs

Oracle steht auch für die klassische Geschichte eines Selfmademan, der vom einfachen Programmierer zum zigfachen Milliardär wurde. Er wuchs als Adoptivkind in Chicago auf und brach sein Mathematikstudium ab, um als Programmierer nach Kalifornien zu gehen. Im Jahr 1977 hatte Ellison die Idee, mit einer eigenen Firma ins Geschäft mit Datenbanken für Firmen einzusteigen, das damals von IBM beherrscht wurde. Er traf einen Nerv. Die Verkäufe wuchsen schnell, und Oracle brachte Ellison in eine Liga mit Titanen der Computer-Branche wie Microsoft-Gründer Bill Gates und Apples Steve Jobs. Als Microsoft Ende der Neunzigerjahre im Visier von Wettbewerbshütern stand, heuerte Ellison Privatdetektive an, um dem Windows-Riesen illegale Geschäftspraktiken nachzuweisen.

Mit Jobs verband Ellison dagegen eine jahrelange Männerfreundschaft. Das gemeinsame Schicksal als Adoptivkinder verband die beiden Männer auch emotional. Mitte der Neunzigerjahre bot Ellison seinem Freund an, er könnte den strauchelnden Apple-Konzern einfach kaufen und in die Hand des Gründers legen. Das erwies sich als unnötig, Apple holte sich Steve Jobs selbst als Retter. Zuletzt zeigte sich der Oracle-Gründer in seiner üblichen ungenierten Art skeptisch, ob Apple nach dem Tod seines Freundes erfolgreich bleiben könne: "Wir haben schon einmal gesehen, was mit Apple ohne Steve Jobs passierte."

mik/dpa-AFX