Oracle: Mit neuer Software gegen SAP - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Oracle Mit neuer Software gegen SAP

Trotz Konjunkturflaute sieht Oracle-Finanzchef Jeff Henley dem Abschluss des im Mai endenden Geschäftsjahres optimistisch entgegen. Dennoch dämpfte er übertriebene Wachstumserwartungen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt - Henley sagte der "Berliner Zeitung", bei vorsichtiger Schätzung rechne er mit einem Wachstum des operativen Gewinns um 35 Prozent des Softwareherstellers. Zugleich kündigte Henley eine Offensive gegen den deutschen Konkurrenten SAP, Walldorf, an.

Mit seiner zurückhaltenden Gewinnschätzung beugt Henley übersteigerten Hoffnungen vor. Nachdem Oracle im vergangenen Jahr noch einen Zuwachs von 61 Prozent hatte ausweisen können, enttäuschte der nach Microsoft zweitgrößte Softwarehersteller der Welt im vergangenen dritten Quartal mit unerwartet schlechten Zahlen. Anfang März hatte Henley eine Gewinnwarnung herausgeben müssen. Statt der erhofften 12 Cent pro Aktie verdiente Oracle nur 10 Cent. Angesichts der Wirtschaftsflaute in den USA hatten viele Kunden bereits ausgehandelte Verträge für den Kauf von E-Business-Software nicht mehr unterschrieben. "In den zehn Jahren, die ich bei Oracle bin, war das jetzt das zweite Quartal, in dem wir die Erwartungen nicht erfüllt haben", sagte Henley. "Das erste Mal war vor etwa drei Jahren durch die Asien-Krise." Für das auslaufende Geschäftsjahr schätzt Henley den Umsatz seines Unternehmens auf rund elf Milliarden Dollar, der Gewinn pro Aktie betrage voraussichtlich 45 Cent gegenüber 2,20 Dollar im vergangenen Jahr.

Standbein bleibe zwar zunächst das Geschäft mit Datenbanken. Derzeit mache es über 70 Prozent des Gewinns aus. Doch soll sich dies ändern. Der Konzern setzt massiv auf E-Business-Programme, weil der Absatz von Datenbanken nicht mehr so hohe Zuwächse verspricht.