Orange-Verkauf Mannesmann-Aktionäre wollen mitreden
Düsseldorf - Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz fordert eine Aktionärsabstimmung über den Verkauf der britischen Mannesmann-Tochter Orange. "Der Orange-Verkauf an France Télécom kann nur unter Vorbehalt der Mannesmann-Aktionäre erfolgen. Ansonsten wird ein klarer Gesetzesverstoß begangen", sagte der Geschäftsführer der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Jörg Pluta.
Vodafone versuche die Mannesmann AG ohne Rücksicht auf die noch verbliebenen Kleinaktionäre "auszuschlachten". Das widerspreche dem Minderheitenschutz im deutschen Aktienrecht. "Die Mannesmann AG ist zu einem Finanzierungstopf geworden, in den Vodafone ganz nach Belieben reinlangt", sagte Pluta.
Auf der Hauptversammlung der Mannesmann AG am Montag in Düsseldorf will die Schutzgemeinschaft außerdem die Abfindung an den abtretenden Vorstandschef Klaus Esser hinterfragen. Möglicherweise sei die Prämie von bis zu 60 Millionen Mark schon mitten in der Übernahmeschlacht mit Vodafone als "goldener Fallschirm" ausgelobt worden.
Der Widerstand Essers gegen die britischen Gruppe habe den Wert der Mannesmann-Aktie um zusammengerechnet 180 Milliarden Euro nach oben getrieben. "Die Aktionäre haben davon eindeutig profitiert", erklärte Pluta. Deshalb stehe die Höhe der Esser-Abfindung nicht im Mittelpunkt der Kritik.
Vodafone hat nach einer langen Übernahmeschlacht rund 99 Prozent des Aktienkapitals am Düsseldorfer Konzern errungen. Ein Prozent an Mannesmann gehören nach Konzernangaben noch rund 10.000 Aktionären.
Der britische Mobilfunkanbieter Orange, der 1999 für rund 60 Milliarden Mark von Mannesmann übernommen wurde, war vergangene Woche für knapp 85 Milliarden Mark an die France Télécom verkauft worden.