Order aus Berlin E.ON soll Gasprom-Anteil aufstocken
Essen - Mit einem Ausbau des E.ON-Engagements bei Gasprom will Rot-Grün die Stabilität der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen zusätzlich untermauern, schreibt die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) unter Berufung auf Unternehmenskreise. E.ON hält an Gasprom bisher einen Anteil von rund 6,5 Prozent, der inzwischen fast vier Milliarden Dollar wert ist.
E.ON habe auf den Vorstoß bisher aber nicht reagiert. Der Konzern prüfe, zur Finanzierung von milliardenschweren Investitionen in Russland, einen Teil seiner Gasprom-Beteiligung einzusetzen und sie damit zu verringern. Unter anderem plant der Versorger den Aufschluss eines neuen Gasfeldes sowie eine zusätzliche Pipeline. Andererseits habe E.ON vor kurzem erklärt, in den kommenden drei Jahren 6,1 Milliarden Euro zum Ausbau bestehender Beteiligungen in Europa zu verwenden.
Gasprom war zuletzt als möglicher Aufkäufer von zentralen Teilen des Ölförderers Jukos in die Schlagzeilen geraten. Bei einer Auktion am Sonntag gab sich der Konzern aber schnell der unbekannten Baikalfinanzgruppe geschlagen. Die Zwangsversteigerung war umstritten, zumal sie der Zerschlagung des Jukos-Konzerns gleichkommt. Die russische Regierung fordert von Jukos Steuernachzahlungen in Milliarden-Dollar-Höhe.