Ost-West-Gefälle: Kaum Bewegung bei Einkommensschere - DER SPIEGEL
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Ost-West-Gefälle Kaum Bewegung bei Einkommensschere

Die Einkommen in Ost- und Westdeutschland haben sich in den vergangenen sechs Jahren wenig verändert. Zudem leben Privathaushalte hier zu Lande immer mehr auf Staatskosten.
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Berlin - Die Ost-West-Einkommensschere habe sich im Vergleich zu 1998 kaum verändert, sagte Johann Hahlen, Präsident des Statistischen Bundesamtes, bei der Vorlage der aktuellen Einkommen- und Verbraucherstichprobe aus dem ersten Halbjahr 2003. Demnach betrug das Bruttoeinkommen der Privathaushalte in den neuen Ländern und Berlin im Schnitt 2734 Euro pro Monat. Das entspricht 76 Prozent des Westniveaus, das bei 3619 Euro liegt.

Bei den verbleibenden Nettoeinkommen - also nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben - betrug der Anteil im Osten 77 Prozent des Westniveaus. Im Schnitt liegen die Nettoeinkommen aller Haushalte bundesweit bei 2771 Euro.

26 Prozent der Bruttoeinkommen privater Haushalte entfielen 2003 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf öffentliche Transfers. Vor zehn Jahren habe der Anteil nur 20 Prozent betragen, sagte Hahlen.

In einigen Ländern, insbesondere in Ostdeutschland, stamme inzwischen nur noch jeder zweite Euro aus Erwerbseinkommen. Ursache für den höheren Anteil der Staatsgelder seien vor allem mehr Rentnerhaushalte und die mehrmalige Anhebung des Kindergeldes. Zugenommen hätten jedoch auch die Zahlungen an Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose.

"Der Aufholprozess hat sich seit 1998 verlangsamt"

"Der Aufholprozess hat sich seit 1998 verlangsamt", sagte Hahlen. Beim Einkommen sowie beim Verbraucherverhalten gebe es zwar auch ein Nord-Süd-Gefälle sowie Differenzen zwischen Stadtstaaten und Flächenländern. Am deutlichsten seien aber Ost-West-Differenzen.

Dies betrifft auch das Konsum- und Sparverhalten. Die Sparquote lag im Osten Anfang 2003 mit 9,5 Prozent deutlich unter der im Westen mit 11,8 Prozent, wobei die Süddeutschen am meisten auf die hohe Kante legten.

Dafür gaben die Ostdeutschen mehr für Konsum aus. Der Anteil der Konsumausgaben betrug 79,3 Prozent im Vergleich zu 74,7 im Westen. In Ost wie West ist die Konsumquote allerdings im Vergleich zu 1998 gesunken.