Outsourcing-Debatte Kritik an IBM-Horrorzahlen
Hamburg - Bitkom-Sprecher Volker Müller sagte gegenüber SPIEGEL ONLINE, die von Raizner genannte Zahl sei nicht korrekt. In den Branchen Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation (TK) seien in Deutschland zwar tatsächlich knapp 70.000 Stellen verloren gegangen - allerdings insgesamt in den Jahren 2001, 2002 und 2003. Nach Prognosen der Bitkom wird die Zahl der IT- und TK-Jobs im Jahr 2004 um insgesamt 8000 zurückgehen. Im TK-Bereich erwartet der Verband einen Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen, der IT-Sektor würde hingegen 2000 neue Jobs schaffen.
Der Abbau sei durch die Konjunktur bedingt gewesen, teilte der Verband mit. "Das Auslagern von Tätigkeiten ins Ausland hat zu keinem Stellenverlust in Deutschland geführt, sondern Arbeitsplätze gesichert", erklärte ein Sprecher auf der Cebit in Hannover. Dennoch werde die Branche weiter auslagern. "Es wäre eine Unterlassungssünde, Outsourcing nicht zu nutzen", sagte Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder. Nur durch die Integration internationalen Know-hows blieben deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig. Dieses als mangelnden Patriotismus zu brandmarken, verdrehe die Tatsachen.
Der Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms hatte am Wochenende betont, die IT-Branche in den Industrieländern werde in den nächsten Jahren die Produktion von Software-Bestandteilen und Dienstleistungen verstärkt in Billiglohnländer verlagern. "In der Fertigungsindustrie machen wir das seit den siebziger Jahren. Die Bereiche Software und Dienstleistungen werden viel schneller den gleichen Gesetzen folgen." Dies werde auch zu Lasten der Arbeitsplätze in Deutschland gehen.
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Outsourcing: Wie deutsche Konzerne im Ausland profitieren