Outsourcing Siemens ergattert Milliarden-Auftrag der BBC
München/London - Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von 2,7 Milliarden Euro und läuft über zehn Jahre. Bereits im Juli war Siemens als letzter verbleibender Bieter ausgewählt worden. Siemens hat sich damit unter anderem gegen Accenture und Computer Sciences durchgesetzt. Von der Outsourcing-Maßnahme verspricht sich die BBC jährliche Einsparungen von etwa 45 Millionen Euro.
Nach Mitteilung der Siemens-IT-Dienstleistungssparte Siemens Business Services (SBS) umfasst der Auftrag alle IT-Bereiche - Netze, Server, Desktops, Telefone, TV-Übertragungstechnik und den Internetauftritt bbc.co.uk. Im Zuge der Vereinbarung übernimmt Siemens die IT-Tochter der BBC, BBC Technology, mit rund 1400 Mitarbeitern.
Renommierauftrag für die Problemsparte
Für diese Übernahme zahle Siemens einmalig einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag, meldete Reuters unter Berufung auf Branchenkreise. Siemens wollte sich hierzu nicht äußern, bestätigte aber, dass die Übernahme von BBC Technology nicht in dem genannten Auftragsvolumen von 2,7 Milliarden Euro enthalten sei. Auch die BBC schwieg sich zunächst zum Kaufpreis für die IT-Tochter aus.
Siemens SBS erhält den Auftrag in einer Phase, in der über die langfristige Zukunft der Sparte innerhalb des Konzerns spekuliert wird. Der Bereich hatte im vergangenen Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis von lediglich 13 Millionen Euro ausgewiesen - damit lag die Marge deutlich unter einem Prozent. Die Renditevorgabe von Konzernchef Heinrich von Pierer liegt eigentlich bei fünf bis sechs Prozent.
Zudem war SBS kürzlich bei der angekündigten Zusammenlegung der Mobilfunksparte ICM mit dem Netzwerkbereich ICN außen vor geblieben, obwohl Beobachter die Miteinbeziehung für sinnvoll erachtet hätten. SBS-Chef Paul Stodden war im Sommer zu Debitel gewechselt. Sein Nachfolger ist Adrian von Hammerstein, der zuvor das Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu-Siemens geleitet hatte.