Panama Papers: Land will Steuerinformationen teilen - DER SPIEGEL
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Steuerskandal Panama will Steuerinformationen mit anderen Ländern teilen

Panama steht weltweit in der Kritik, weil es Steuersündern Schlupflöcher bietet. Künftig will die Regierung des Landes anderen Staaten Steuerdaten zur Verfügung stellen.
Panama-Stadt
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Foto: CARLOS JASSO/ REUTERS
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Nach dem Skandal um die Panama Papers will das mittelamerikanische Land seine Steuerinformationen mit anderen Staaten teilen. Panama wolle der Konvention über gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen der Industrieländerorganisation OECD beitreten, teilte das Außenministerium des Landes mit.

Auf Anfrage werde Panama den Behörden anderer Länder künftig Steuerdaten zur Verfügung stellen. Der automatische Datenaustausch bleibe auf jene Länder beschränkt, mit denen Panama bilaterale Verträge abgeschlossen hat.

Anfang April hatten zahlreiche Medien über gut 200.000 von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet. Politiker, Prominente und Sportler sollen ihr Vermögen in Offshorefirmen geparkt haben. Die Veröffentlichung der "Panama Papers" führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer internationalen Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

Für den mittelamerikanischen Staat waren die Enthüllungen ein harter Schlag, brachten sie doch eine der wichtigsten Branchen des Landes in Misskredit. Das Finanzwesen ist neben dem Panamakanal und den Freihandelszonen die stärkste Säule von Panamas Wirtschaft.

In den vergangenen Jahren hatte das Land versucht, seinen Ruf als Steueroase loszuwerden und sich als seriöser Finanzplatz zu positionieren. So erließ die Regierung eine Reihe neuer Richtlinien für Banken, Versicherungen, Immobilienfirmen sowie Wertpapier- und Edelsteinbörsen.

Im Februar strich der OECD-Arbeitskreis für Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung (Gafi) Panama von der grauen Liste. Darauf werden Staaten geführt, die beim internationalen Austausch von Finanz- und Steuerinformationen hinterherhinken. Nach der Veröffentlichung der Panama Papers bescheinigte die OECD dem Land allerdings erneut, internationale Standards für Steuertransparenz zu missachten.

asa/dpa