Panikverkäufe Neuer Markt im freien Fall
Frankfurt am Main - Nach den dramatischen Verlusten vom Freitag gab der Nemax 50 bis zum Nachmittag wieder um mehr als sechs Prozent nach. Der Nemax-All-Share verlor rund fünf Prozent. Nahezu alle Werte befanden sich im Minus. Die herbeigesehnte Entwarnung von der US-Technologiebörse kam auch am Montag nicht. Im frühen Handel sackte der Nasdaq-Index wieder um gut zwei Prozent.
Händler bezeichneten den Markt als "übernervös". Nach wie vor häuften sich die Verkaufsaufträge. Längst flüchteten nicht mehr nur die inländischen Investoren aus den deutschen Wachstumstiteln, auch ausländische Fonds zögen ihre Engagements zurück.
Am Freitag hatten die Blue-Chip-Werte am Neuen Markt bereits 5,73 Prozent eingebüßt. Händler hatten von einer Konsolidierung des Marktes gesprochen und darauf spekuliert, dass er erstarkt in die Woche starten werde.
Die schwache Nasdaq machte diesen Hoffnungen dann allerdings einen Strich durch die Rechnung: Die anhaltende Furcht der US-Investoren vor weiteren Gewinnwarnungen drückte den Technologieindex am Freitag um 3,2 Prozent. Besserung sei nicht in Sicht, sagten US-Analysten. Im Moment gelte die Devise: Finger weg von Technologieaktien.
Die meisten Nemax-Schwergewichte erholten sich im Tagesverlauf wieder leicht: Intershop lagen am Nachmittag "nur" noch mit knapp sechs Prozent im Minus, T-Online und Mobilcom mit gut zweieinhalb Prozent. Weiterhin katastrophal präsentierte sich hingegen das EM.TV-Papier mit einem Minus von rund 25 Prozent.
Eine Erleichterung werde es zunächst nicht geben, sagte ein Analyst der Düsseldorfer Wertpapierhandelsbank Lang&Schwarz. Nach der Talfahrt bei den kleinen Werten seien nun die Blue Chips "nach unten durchgebrochen".
Ein Experte der Landesbank Baden-Württemberg bezeichnete die Panikstimmung jedoch als übertrieben. Auch der Analyst von Lang&Schwarz hofft, dass die Bereinigung der Frühjahrsexzesse bis Ende Oktober abgeschlossen ist.