Panzer-Geschäfte Amerikaner wollen "Leo"-Fabriken kaufen
Wie der SPIEGEL meldet, sind die US-Unternehmen General Dynamics und United Defense weiterhin an der Münchener Waffenschmiede interessiert, die den international begehrten "Leopard 2" herstellt. Krauss-Maffei Wegmann (KMW) bezeichnet diese Berichte am Montag als Spekulation. Zurzeit würden keine Verhandlungen geführt. Bereits im vergangenen Jahr kursierten Gerüchte über einenVerkauf der "Leopard 2"-Schmiede an General Dynamics.Die US-Firma stellt den Kampfpanzer "Abrams" her und hatte im vergangenen Frühjahr die spanische Waffenschmiede Santa Bárbara Blindados gekauft, die eine Lizenz zum Bau von 219 "Leo 2" für die spanische Armee besitzt. United Defense erwarb vor kurzem die schwedische Firma Bofors, die Leos für das schwedische Heer mitproduziert. Offen ist, ob es zunächst nur zu einer Minderheitsbeteiligung der Amerikaner kommt. Die Siemens-Gruppe hatte im vergangenen Jahr einen Anteil von 49 Prozent an KMW übernommen, den früher der Mannesmann-Konzern gehalten hatte. Dieses Paket kann gemäß einer internen Vereinbarung mit KMW in einigen Monaten weiterveräußert werden. In Branchenkreisen heißt es, United Defense habe auch ein Angebot zur Übernahme des Düsseldorfer Waffenherstellers Rheinmetall unterbreitet, der Kanonen und Munition für die Leos sowie eine gemeinsam mit KMW gebaute Panzerhaubitze liefert. Aus Sorge um den Verlust von Know-how und Arbeitsplätzen hatte sich die Bundesregierung offenkundig vergebens um ein Zusammengehen von KMW und Rheinmetall sowie eine strategische Allianz der beiden Firmen mit Diehl, dem dritten großen deutschen Waffen- und Munitionshersteller, bemüht.