Patent-Atlas: So innovativ ist Deutschland - DER SPIEGEL
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Patent-Atlas So innovativ ist Deutschland

Bosch, Siemens, Daimler: Das sind Deutschlands innovativste Konzerne - gemessen an den Patentanmeldungen. Die meisten Erfindungen stammen aus Baden-Württemberg und Bayern, der Norden ist in der Kreativitätskrise: SPIEGEL ONLINE zeigt, wo die Republik nach vorne denkt.
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München - Bisher lag Bayern vorne - jetzt schiebt sich Baden-Württemberg auf den ersten Platz. Im Südwesten Deutschlands wurden im vergangenen Jahr 13.638 Patente angemeldet - so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Aus Bayern kamen 13.616 Anmeldungen, berichtet das Deutsche Patent- und Markenamt. Rang drei nahm Nordrhein-Westfalen mit 8190 angemeldeten Erfindungen ein. Fast drei Viertel aller deutschen Anmeldungen kamen damit aus diesen drei Bundesländern.

Der Wechsel an der Spitze zeige, dass Baden-Württemberg die innovativste Industrie habe, sagte der Chef der Behörde, Jürgen Schade. Selbst in ländlichen Gebieten werde dort geforscht. In Bayern dagegen konzentriere sich die Forschertätigkeit auf die Zentren München, Nürnberg, Fürth und Erlangen.

Auch bei den Patentanmeldungen einzelner Firmen gab es 2007 einen Wechsel an der Spitze. Die Robert Bosch GmbH löste mit 2509 Anmeldungen den Elektronikkonzern Siemens ab. Das Münchner Unternehmen kam auf 2474 Erfindungen. Platz drei nahm Daimler mit 1216 Patentanmeldungen ein. Die meisten Innovationen kamen erneut aus dem Fahrzeug- und Maschinenbau.

Das Ausland holt auf - 600 Patentanmeldungen mehr

Während deutsche Erfinder weniger Anmeldungen beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) einreichten, wollen immer mehr Tüftler und Firmen aus dem Ausland hierzulande Schutzschriften erlangen. Von 60.992 Patentanmeldungen im vergangenen Jahr kamen rund 13.000 aus dem Ausland.

Mit etwa 47.600 Anmeldungen liegen die deutschen Erfinder zwar immer noch deutlich vorn. Doch kamen aus dem Ausland etwa 600 Patentanmeldungen mehr, aus Deutschland waren es rund 160 weniger. Der deutsche Erfindergeist nehme zwar nicht ab, betonte Amtschef Schade. Allerdings gingen einige global aufgestellte Unternehmen etwa aus der Chemieindustrie verstärkt zum Europäischen Patentamt. Im Gegenzug sei das DPMA wegen der hohen Qualität seiner erteilten Schutzschriften für Erfinder aus dem Ausland interessant.

Innovationstreiber war im vergangenen Jahr das Thema Klimawandel. Das Amt verzeichnete rund 500 deutsche Patentanmeldungen im Bereich Umwelttechnik. Besonders aktiv waren die Erfinder bei der Kfz-Abgastechnologie mit 1314 Anmeldungen und bei Hybridfahrzeugen mit 562 Anträgen.

Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) ist die Zentralbehörde für den gewerblichen Rechtsschutz in Deutschland. Mit seinen Vorläufern - dem Kaiserlichen Patentamt und dem Reichspatentamt - kann das DPMA auf eine Geschichte von mehr als 130 Jahren zurückblicken. Die Behörde, die dem Bundesjustizministerium untersteht, hat derzeit rund 2500 Beschäftigte.

In den Zuständigkeitsbereich fallen auch Markenanmeldungen. Deren Zahl stieg nach Schades Angaben um rund 3.800 auf 76.165.

wal/AP/dpa