Patent-Sieg
Beim US-Patentamt erfocht Montedison, Italiens größter Chemiekonzern, einen Sieg über die amerikanischen Chemiegiganten Du Pont de Nemours, Standard Oil of India und Phillips Petroleum: Nach 13jähriger Auseinandersetzung sprachen die Patentprüfer nun den Italienern die Erfinderrechte für den inzwischen weit verbreiteten Kunststoff Polypropylen zu. Die US-Chemieriesen hatten das Patent für sich beansprucht. Mit ihrem Urteil verhalfen die US-Patentwächter dem vom Staat kontrollierten Montedison-Konzern zu künftigen Lizenzeinnahmen in Höhe von jährlich 65 Millionen Dollar. Die Gelder kommen dem Konzernherrn Eugenio Cefis sehr gelegen. Denn allein in den vergangenen vier Monaten mußte er rund 125 Millionen Dollar ausgeben, um den unrentablen, in zahllose, oft gegeneinander arbeitende Gesellschaften zersplitterten Konzern zu reorganisieren. Allein 60 Millionen Dollar wandte Cefis kürzlich auf, um ein von der Düsseldorfer Westdeutschen Landesbank Girozentrale lanciertes Abfindungsangebot an Montedison-Aktionär Bastogi durch geschickte Fusionsmanöver zu vereiteln. »Unsere Kriegskasse«, meinte ein Montedison-Manager, »wird jetzt immer voll sein.«