Paukenschlag Microsoft gibt Gewinnwarnung aus
New York - Microsoft-Aktionäre waren in den vergangenen Jahren positive Überraschungen zum Quartalsende gewohnt: Der weltgrößte Softwarekonzern schlug die Gewinnprognosen der Wall-Street-Analysten regelmäßig um einen Cent pro Aktie.
Am Donnerstag folgte das böse Erwachen: Kurz nach Börsenschluss meldete Microsoft ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen, schockte aber für das laufende Quartal mit einer Gewinn- und Umsatzwarnung.
Zwar fuhr der weltgrößte Softwarekonzern einen Gewinn von einem Cent pro Aktie ein, nach 44 Cents im Vorjahr. Anlageverluste von 2,6 Milliarden Dollar, die Microsoft schon in der vergangenen Woche angekündigt hatte, sind in den Zahlen berücksichtigt.
Das Gleiche beim Umsatz: Der konnte gegenüber dem Vorjahr trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds immerhin um 13 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar gesteigert werden. Doch Microsoft korrigierte in einer anschließenden Telefonkonferenz mit Analysten die Prognosen für das laufende Quartal nach unten: Das Management rechnet nur noch mit einem Umsatz zwischen 6,0 und 6,2 Milliarden Dollar. An der Wall Street war man bisher von 6,3 Milliarden ausgegangen. Der Gewinn soll zwischen 39 und 40 Cents pro Aktie liegen. Die Analysten hatten bisher im Durchschnitt mit 45 Cents gerechnet.
Die Microsoft-Aktie hatte im regulären Handel am Donnerstag um 2,83 Prozent zugelegt. Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen brach der Kurs nachbörslich um fünf Prozent ein.
Von Christian Tempich, New York