Pay-TV: ProSiebenSat1 attackiert Premiere - DER SPIEGEL
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Pay-TV ProSiebenSat1 attackiert Premiere

Während Premiere den bevorstehenden Börsengang feiert, bringt sich die Konkurrenz für den Einstieg ins Pay-TV-Geschäft in Position. So will ProSiebenSat1 schon 2005 eigene Bezahlkanäle starten.
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Unterföhring - "Wir werden dieses Jahr Pay-TV-Kanäle launchen", sagte ProSiebenSat1-Chef Guillaume de Posch. Der TV-Konzern werde für den Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland einige Kanäle entwickeln. Ein Vertragsabschluss solle in etwa zwei bis drei Monaten erfolgen.

Darüber hinaus wolle ProSiebenSat1   den Internetanbieter wetter.com vollständig übernehmen. Das Unternehmen betreibt bereits einen eigenen Pay-TV-Kanal. Die Münchener halten bislang einen Anteil von 48 Prozent an wetter.com.

Der Vorstoß von de Posch dürfte vor allem beim deutschen Pay-TV-Marktführer Premiere aufmerksam verfolgt werden. Premiere-Chef Georg Kofler plant für Anfang März den Börsengang und nannte am Dienstag die Preisspanne für die Aktienausgabe.

Investoren könnte der bevorstehende Markteintritt von ProSiebenSat1 jedoch verunsichern. Ein Verlust der Übertragungsrechte für die Fußballbundesliga beispielsweise wäre für den Börsenneuling eine Katastrophe, zumal die Live-Spiele ein Publikumsmagnet sind. Der bestehende Vertrag zwischen Premiere und der Deutschen Fußballliga läuft Mitte 2006 aus. Analysten hatten den Verlust der Bundesliga entsprechend als größtes Risiko für das Wachstumspotenzial des Bezahlfernsehsenders bezeichnet.

Premiere-Chef Kofler trat solchen Befürchtungen entgegen. Konkurrierende Pay-TV-Angebote von Kabel Deutschland oder ProSieben bewertete Kofler nur als "Nischenkanäle". Wer ihm die Bundesliga-Rechte wegschnappen wollte, müsste ohne entsprechenden Abonnentenstamm eine Milliarde Euro investieren und "würde unternehmerisches Harakiri begehen".

RTL entdeckt Pay-TV

Auch die zum Bertelsmann-Konzern gehörende RTL Group plant den Einstieg ins Pay-TV-Geschäft - allerdings zunächst nicht in Deutschland. RTL-Chef Gerhard Zeiler kündigte jüngst entsprechende Angebote für Spanien und Frankreich an.

In Deutschland gebe es derzeit aber keine strategische Notwendigkeit, ins Bezahlfernsehen einzusteigen, sagte. "Das kann sich aber durch das Verhalten der Kabelgesellschaften und durch die fortschreitende Digitalisierung durchaus schnell ändern", ergänzte Zeiler.