PC-Hersteller: Hewlett-Packard ist die neue Nummer eins - DER SPIEGEL
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PC-Hersteller Hewlett-Packard ist die neue Nummer eins

Der weltweit führende Computerhersteller heißt jetzt Hewlett-Packard. Der US-Konzern hat den Rivalen Dell laut Marktforschern nach drei Jahren wieder vom ersten Platz in der Branche verdrängt.
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New York - Erstmals seit etwa drei Jahren hat Hewlett-Packard   (HP) wieder die Nase vorn. Das berichteten Experten des Marktforschungsunternehmens Gartner und IDC. Damit habe HP den Rivalen Dell   als weltweit führenden PC-Hersteller abgelöst und liege jetzt knapp vor dem Mitbewerber. Insgesamt wuchs der weltweite Markt für Personal-Computer um knapp sieben Prozent. HP lieferte im Jahresvergleich 15 Prozent mehr Computer aus, Dell knapp vier Prozent.

Die beiden US-Gesellschaften besetzen zusammen knapp ein Drittel des PC-Marktes. Gartner zufolge kontrolliert HP jetzt 16,3 Prozent, während Dell auf einen Marktanteil von 16,1 Prozent kommt. 2002 hatte HP sein PC-Geschäft mit der 19 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Compaq Computer gestärkt. Den Marktanteil beider Gesellschaften bezifferten die Marktforscher auf je etwa 17 Prozent.

Auf Dells Kosten gewannen auch andere große PC-Hersteller im dritten Quartal Marktanteile. Die chinesische Lenovo   behauptete sich auf dem dritten Platz mit einem Marktanteil von etwa acht Prozent, gefolgt von der taiwanischen Acer   mit sechs Prozent und der japanischen Toshiba   mit vier Prozent.

Der Ausblick auf die Entwicklung der PC-Branche zum Jahresende und im wichtigen Weihnachtsgeschäft bleibt trübe. Die Experten begründen dies mit der verzögerten Auslieferung von Microsofts   neuem Computer-Betriebssystem Vista. Für Verbraucher steht es nach derzeitigen Planungen erst im Januar zur Verfügung.

In den USA liegt Dell nach Angaben der Analysten allerdings deutlich vorn. Dort dominiere der Computerhersteller im Geschäftskundenbereich, was ihm einen erheblichen Vorteil verschaffe, heißt es. HP habe es aber geschafft, in dem wichtigen Markt näher an den Konkurrenten heranzurücken. Hewlett-Packard hat einen US-Marktanteil von 22 bis 23 Prozent, Dell zwischen 31 und 32 Prozent, wie Gartner und IDC mitteilten. Beide PC-Hersteller hatten jüngst mit Imageproblemen zu kämpfen.

Skandale schwächen das Geschäft

HP macht seit Anfang September ein Bespitzelungsskandal zu schaffen, bei dem es um den Zugang zu Telefonunterlagen von zahlreichen Verwaltungsratsmitgliedern, Betriebsangehörigen und Journalisten geht. Mit Hilfe dieser Dokumente sollte im Auftrag von Verwaltungsratschefin Patricia Dunn die Quelle für durchgesickerte vertrauliche Informationen aus dem Verwaltungsrat gefunden werden.

Dell rief im August 4,1 Millionen Notebook-Akkus von Sony   wegen Überhitzungs- und Brandgefahr zurück. Die Analysten machten den Rückruf allerdings nicht für Dells eher trübe Entwicklung im dritten Quartal verantwortlich. Sie führen die Schwäche vor allem auf das Geschäft mit Schreibtisch-Computern (Desktops) zurück.

In den USA glänzte Apple   mit 30 Prozent höheren Auslieferungen als ein Jahr zuvor. Vor allem der Notebook-Verkauf habe dank der beginnenden Schulsaison angezogen, hieß es. Apple hat in den Vereinigten Staaten einen Marktanteil von sechs Prozent. Insgesamt sanken die US-Absätze im dritten Quartal infolge der Dell-Schwäche um ein bis zwei Prozent, wie Gartner und IDC bekannt gaben. Damit seien die PC-Auslieferungen in den USA erstmals seit dem zweiten Quartal 2002 gesunken.

tos/dpa/dpa-AFX