PeopleSoft J.D. Edwards verleiht Flügel
Paris - Auch mit dem im Jahresvergleich von 471,2 auf 624 Millionen Dollar gestiegenen Umsatz übertraf der SAP-Mitbewerber am Donnerstag sowohl die eigenen Prognosen als auch die Durchschnittsschätzung von Analysten. Diese waren lediglich von 590,98 Millionen Dollar ausgegangen.
Operativ rutschte der Konzern unter anderem wegen der Sonderbelastung durch die Übernahme des kleineren Konkurrenten J.D. Edwards in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 7,3 Millionen Dollar Pro Aktie bedeutet des einen Verlust von zwei Cent pro Titel nach einem Gewinn von 14 Cent je Aktie im Vorjahr. PeopleSoft selbst hatte mit neun bis zehn Cent Verlust je Aktie gerechnet.
Proforma stieg der Gewinn nach Unternehmensangaben jedoch auf 0,17 Dollar je Aktie. Experten hatten im Schnitt erwartet, dass dieses Ergebnis von 0,14 auf 0,11 Dollar schrumpfen würde. PeopleSoft Inc. hatte 0,10 bis 0,11 Dollar je Titel angepeilt.
Kein Grund für PeopleSoft-Chef Craig A. Conway, sich zurückzulehnen. Zunächst, so Conway, solle bis 2004 die operative Marge deutlich auf 15 bis 16 Prozent gesteigert werden. Derzeit liege die Marge bei zwölf Prozent.
Als wichtigen Schritt auf diesem Wege bezeichnete er die Übernahme von J.D. Edwards. "Unsere Finanzergebnisse sprechen jetzt schon für sich", sagte Conway. "Was man hier nun sieht, ist erst der Beginn der Vorteile, die PeopleSoft nach der Akquisition von J.D. Edwards hat."
PeopleSoft hatte sich den kleineren Konkurrenten im Juli einverleibt. Analysten äußerten sich positiv zu diesem Schritt. Die Produkte beider Firmen ließen sich deutlich einfacher zusammenführen als bislang angenommen.
Anfang Oktober hatte PeopleSoft gemeldet, dass die Gesellschaft im dritten Quartal ein deutlich besseres Ergebnis erwartet als am 4. September prognostiziert. Genau beziffern wollte der Anbieter von Unternehmenssoftware die verbesserten Aussichten für Umsatz, Lizenzumsatz und Überschuss aber nicht. Anfang September hatte PeopleSoft die Prognose für den Quartalsumsatz auf 575 bis 590 Millionen Dollar festgelegt.
Trotz der positiven Ergebnisse haben PeopleSoft-Aktien am Donnerstag im vorbörslichen New Yorker Handel um 1,59 Prozent auf 20,48 Dollar nachgegeben. Händler erklärten die Kursverluste mit Blick auf die jüngsten Kurszuwächse mit Gewinnmitnahmen.