PeopleSoft-Übernahme: Larry legt eine Milliarde nach - DER SPIEGEL
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PeopleSoft-Übernahme Larry legt eine Milliarde nach

Larry Ellison hat sein feindliches Übernahmeangebot für den Konkurrenten PeopleSoft deutlich erhöht. Was die wahren Motive der Offerte angeht, verwickelt sich der Oracle-Chef allerdings zunehmend in Widersprüche.
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Pleasanton/Redwood Shores - Oracle erhöhte seine Offerte von 16 auf 19,50 Dollar je PeopleSoft-Aktie  . Damit werde der Konkurrent aus Pleasanton nun mit 6,3 Milliarden Euro bewertet, teilte der Datenbankanbieter am Mittwoch mit. Zudem will Oracle an diesem Mittwoch Klage gegen PeopleSoft und J.D. Edwards erheben, die gemeinsam eine Fusion anstreben. Dadurch würden die beiden Unternehmen was den Marktanteil angeht, an Oracle vorbeiziehen (siehe Tabelle).

Oracle begründete seine Klage damit, dass die Führungen beider Wettbewerber versuchten, PeopleSoft-Aktionäre von einer Zustimmung zu Ellisons Übernahmeangebot abzuhalten. Damit verletzten sie ihre treuhänderischen Pflichten, darunter auch die, im besten Interesse ihrer Anteilseigner zu handeln.

Das nachgebesserte Angebot dürfte eine Reaktion Oracles auf jene Klagen sein, die PeopleSoft und J.D. Edwards am vergangenen Freitag gegen den Datenbankanbieter eingereicht hatten. Die beiden Firmen werfen Ellison vor, mit seinem Übernahmeangebot ziele er lediglich darauf ab, ein Zusammengehen der beiden Unternehmen zu verhindern und PeopleSofts Kundschaft zu verunsichern.

Oracle zahlt drauf

Oracle hat eine andere Version parat. "In den letzten Tagen haben Oracle-Manager die Gelegenheit gehabt, mit den Inhabern einer Mehrheit der PeopleSoft-Aktien zu reden", so Ellison. "Viele dieser Aktionäre haben den Preis genannt, zu dem sie ihre Titel anbieten würden." Daher habe Oracle sein Angebot erhöht.

Die wichtigsten Hersteller von ERP-Software

Unternehmen Marktanteil 2002 (%) Marktanteil 2001 (%)
SAP 25,1 24,7
Oracle 7,0 7,9
PeopleSoft 6,5 7,6
SAGE 5,4 4,6
Microsoft Business Solutions 4,9 4,6
Andere 51,1 50,3
Quelle: Gartner; ERP steht für Enterprise Resource Planning

Etliche Analysten sind jedoch der Meinung, dass Ellison sich und seinen Aktionären bereits mit dem Angebot von 16 Dollar je PeopleSoft-Aktie keinen Gefallen getan hat. Zwar lag die Offerte lediglich sechs Prozent über dem damaligen Kurs von PeopleSoft, was für ein Übernahmeangebot eher mager ist. Dennoch könnte dies wesentlich mehr sein als die "Soft People" tatsächlich wert sind. Hätte Oracles Offerte Erfolg, müsste der Neuerwerb etwa 35 Jahre lang sein Gewinn-Niveau halten, damit sich die Investition für Oracle amortisiert.

Ellison widerspricht eigenem Angebotsprospekt

Das wäre selbst in Boomzeiten unwahrscheinlich. In der derzeitigen Situation erschient es als praktisch unmöglich, da Ellison nach einer Akquisition lediglich PeopleSofts Kundendatei nutzen will, um seine eigenen Produkte zu pushen. Einer Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner zufolge wird jedoch nur ein Teil von PeopleSofts Kundestamm auf Oracles Software umsteigen - viele Geschäftpartner würden zu Produkten von SAP oder Lawson wechseln. Ein gehöriger Teil des jetzigen PeopleSoft-Umsatzes und der Gewinne bräche folglich weg. Deshalb dürfte die Übernahme Oracle noch viel teurer kommen, als die derzeitigen Fundamentaldaten andeuten.

Peinlich für Oracle ist, dass sich Ellison gerade bei diesem Thema zunehmend in Widersprüche verwickelt. Am Mittwoch sagte der CEO: "Oracle hat die Absicht, PeopleSoft-Kunden und -Produkte für viele Jahre zu unterstützen - auch wenn das PeopleSoft-Management das Gegenteil behauptet." Ellisons Garantie-Erklärung steht im krassen Widerspruch zu den Unterlagen, die sein Unternehmen im Rahmen der Übernahme bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Dort heißt es zu den Plänen, die Oracle für PeopleSoft hat: "Wichtige Elemente dieses Plans beinhalten die Einstellung des aktiven Verkaufs der Produkte des Unternehmens."

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