PeopleSoft-Übernahme Management droht Oracle mit Giftpille
Zuvor hatte Oracle bekannt gegeben, eine Mehrheit der PeopleSoft-Eigner habe das Verkaufsangebot von zuletzt 24 Dollar je Aktie angenommen. Die PeopleSoft-Aktionäre seien bereit, 61 Prozent aller Aktien des Unternehmens abzugeben, teilte der Konzern mit. Bis Samstagmorgen sicherte sich Oracle damit 228,7 der insgesamt rund 376 Millionen Aktien des Rivalen.
Bereits seit Juni 2003 betreibt Oracle die Übernahme. Der Anbieter von Unternehmenssoftware und Datenbanken hatte zuletzt insgesamt 9,2 Milliarden Dollar geboten und für die Annahme der Offerte eine Frist bis Samstag gesetzt. Wäre Oracle bis zu diesem Zeitpunkt nicht die Mehrheit der Aktien angedient worden, hätte der Konkurrent der deutschen SAP AG sein Angebot zurückgezogen.
Kurz nach Ablauf der Frist sprach Oracle-Chef Larry Ellison von einem "überwältigenden" Votum der PeopleSoft-Aktionäre. Oracle werde nun die geplante Übernahme vorantreiben. Außerdem habe das Unternehmen sein Kaufangebot an die PeopleSoft-Aktionäre bis zum 31. Dezember verlängert.
PeopleSoft bringt die Giftpille ins Spiel
Nun droht Oracle allerdings ein weiteres Hindernis: Das PeopleSoft-Management hat die Ausgabe eine großen Menge neuer Aktien angekündigt. Die als "Giftpille" bezeichnete Maßnahme könnte die Akquisition für Oracle extrem teuer machen.
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Mit dem Rückhalt von 61 Prozent der PeopleSoft-Aktionäre hoffte Oracle, dass das Management nachgeben und vom Einsatz der "Giftpille" absehen würde. Doch die Verantwortlichen halten den Widerstand aufrecht. Damit wird immer wahrscheinlicher, dass beide Unternehmen ihren Konflikt vor einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware vorbringen müssen, wo für den 24. November bereits ein Termin angesetzt ist. Dort könnte die "Giftpille" für unwirksam erklärt werden.
Darüber hinaus könnte Oracle versuchen, die Posten in der People-Soft-Führung mit Personen zu besetzen, die der Übernahme positiv gegenüberstehen. Auf diesem Weg könnte sich die Transaktion allerdings bis ins kommende Jahr verschieben. Die Kartellbehörden in den USA und Europa haben die Übernahme bereits genehmigt.