Personal-Hickhack: Schrempp verspricht Durchbruch im Airbus-Streit - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Personal-Hickhack Schrempp verspricht Durchbruch im Airbus-Streit

Weil die Aktionäre unfähig waren, sich auf einen neuen Airbus-Chef zu einigen, hat sich der Flugzeugbauer auf der Luftfahrtschau in Le Bourget kräftig blamiert. Nun verspricht Daimler-Chef Jürgen Schrempp, Boss einer der Hauptanteilseigner, man werde in wenigen Tagen eine Lösung präsentieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - "Wir werden in der nächsten Woche eine Entscheidung haben", sagte Schrempp laut Nachrichtenagentur Reuters. Die Airbus-Mutter EADS hatte Anfang der Woche in Le Bourget eine Pressekonferenz absagen müssen, weil noch nicht geklärt war, wer Airbus führen wird.

Auch die Zukunft der Manager Noel Forgeard und Tom Enders, die künftig EADS vorstehen sollten, wurde wieder in Zweifel gezogen. Ihre eigentlich im Dezember beschlossene Ernennung zu Co-Chefs der Airbus-Mutter ist noch immer nicht erfolgt. Schrempp sagte dazu: "Es ist viel relaxter hinter den Kulissen als berichtet wird."

Enders sagte Reuters, die Frage der Management-Struktur sei inzwischen zu "95 Prozent" gelöst. Er wisse jedoch nicht, wann die Entscheidung darüber verkündet werde.

Als Grund für die Personalnöte gilt ein Streit zwischen Franzosen und Deutschen im EADS-Board. Der französische Staat sowie der französische Mischkonzern Lagardere halten jeweils rund 15 Prozent an EADS, DaimlerChrysler rund 30 Prozent. Das Machtgefüge zwischen Deutschland und Frankreich ist bei dem vor fünf Jahren aufgebauten Luft- und Raumfahrtkonzern sorgsam austariert.