Personalpläne Telekom will mit Stellenabbau beginnen
Bonn - "Der personelle Umbau der Deutschen Telekom muss unverzüglich auf den Weg gebracht werden", heißt es in einem Brief von Telekom-Personalchef Heinz Klinkhammer an die Beschäftigten, aus dem die Deutsche Presseagentur dpa heute zitiert. Bis Ende 2008 will sich der Telekommunikationskonzern von insgesamt 32.000 Mitarbeitern trennen. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf Abfindungen und Vorruhestandsregelungen. Betriebsbedingte Kündigungen schließt die Telekom aus.
Derzeit bietet die Telekom eine Aktion an, wonach Angestellte eine Abfindung von bis zu 200.000 Euro erhalten, wenn sie sich bis Ende August dieses Jahres entscheiden. Klinkhammer betont, es handele sich um einen Personalumbau auf "freiwilliger Basis". Auf die Zustimmung von Ver.di will die Telekom nicht weiter warten. Aufgrund der Freiwilligkeit sei das nicht zwingend notwendig. Rund 3,3 Milliarden Euro stelle das Unternehmen für diesen Umbau zur Verfügung. In seinem Brief schreibt Klinkhammer gleichwohl: "Wir sind weiterhin gesprächsbereit."
Nach Angaben von Ver.di werden derzeit neue Gespräche vorbereitet. Eine neue Gesprächsrunde solle bereits in den kommenden Tagen beginnen. Eine Einigung über die Veränderungen bei der Telekom war erst gestern überraschend gescheitert. Ver.di hatte eine Einigungsfrist verstreichen lassen und das Telekomangebot als nicht ausreichend zurückgewiesen.
Als "zu unverbindlich" begründete ein Sprecher der Gewerklschaft die Ablehnung. So sei nicht sicher, ob der Personalaufbau beim Kundenservice und beim Bau des Glasfasernetzes tatsächlich im zugesicherten Umfang stattfinden werde. Ein Telekom-Sprecher wies das zurück. Im Vertrieb sollen 3000 und für den Aufbau des Glasfasernetzes rund 5000 Stellen neu geschaffen werden.
Eine "enorme Belastung" für die Gespräche sei die geplante Schließung von 45 Callcenter, erklärte Ver.di. Die Verhandlungen laufen getrennt zu den Gesprächen über den Stellenabbau. Bereits heute verhandelten Vertreter von Telekom und Ver.di zusammen die Callcenter-Pläne.
kaz/dpa