Personalprobleme: Oracle verliert schon wieder Finanzchef - DER SPIEGEL
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Personalprobleme Oracle verliert schon wieder Finanzchef

Er war nur vier Monate im Amt, sein Vorgänger blieb acht Monate. Mit Greg Maffei schmeißt nun schon der zweite Finanzchef des US-Softwareherstellers Oracle nach kürzester Zeit das Handtuch. Analysten fragen sich schon, was das über die Unternehmenskultur aussagt.
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Redwood Shores - Oracle-Chef Larry Ellison demonstrierte Begeisterung: Maffei wolle eine "großartige berufliche Chance" ergreifen, sagte er zum Abschied seines Finanzchefs und zweitem CEO Greg Maffei. "Wir wünschen ihm alles Gute." Nähere Einzelheiten zu der neuen Tätigkeit gab es nicht.

Auch Maffei versicherte, sein Ausscheiden habe nichts mit dem Unternehmen, seinen Managern oder Mitarbeitern zu tun. Sein Ausscheiden sei auch "keine Frage, was richtig oder falsch laufe bei Oracle", sagte er dem "Wall Street Journal". Ellison, der Oracle 1977 mit gegründet hatte und Großaktionär der Softwarefirma ist, fährt einen spektakulären Expansionskurs. Seit Jahresbeginn wurden mehr als ein halbes Dutzend Unternehmen zugekauft.

Anscheinend hat Maffeis Ausscheiden jedoch nichts mit Ellisons Strategie zu tun, sondern andere Gründe. In Unternehmenskreisen heiße es, Maffei wolle gehen, weil er bei einem anderen Unternehmen Chef werden wolle. Bei Oracle sehe er keine Chance, Ellison-Nachfolger zu werden.

Maffei gilt als aggressive und eigensinnige Persönlichkeit. Er pendelte zwischen einem kleinen Büro in Seattle, wo seine Familie lebt, und dem Hauptquartier in Redwood Shores hin und her. Wenn er in Redwood Shores arbeitete, wohnte er im Hotel und fuhr mit einem alten Fahrrad zur Arbeit, das er mitten zwischen den Luxus-Autos der anderen Manager abzustellen pflegte.

Mitarbeiter sagten dem "Wall Street Journal", Maffeis Zeit bei Oracle sei nicht frei von Spannungen gewesen sei. Vor allem mit der Co-Präsidentin der Oracle Corporation, Safra Catz, sei er immer wieder heftig zusammengeprallt. Catz erfreue sich jedoch der Loyalität von Firmenchef Ellison.

Analysten äußerten sich verwundert, dass schon wieder ein Finanzchef von Oracle geht. Maffeis Vorgänger, Harry You, war im März nach weniger als einem Jahr ausgeschieden und hatte die Führung der Unternehmensberatung BearingPoint übernommen. Das rege Kommen und Gehen der Manager und die Tatsache, dass Führungspersonal oft von außerhalb und nicht aus dem Konzern selbst rekrutiert werden, werfe Fragen auf. Man wundere sich, "was das über eine Organisation sagt, wenn sie nicht fähig ist, jemanden zu fördern und ihn an der Spitze zu halten", sagte Drew Brosseau von SG Cowen der Zeitung. Ein Oracle-Sprecher hielt dagegen, dass der Finanzchef vor Maffei und You 13 Jahre im Unternehmen arbeitete.