Pets.com Auf den Hund gekommen
San Francisco - Die Ankündigung auf der Homepage war kürz und bündig: "Liebe Kunden! Mit Wirkung vom 9. November 11 Uhr nehmen wir keine Aufträge mehr entgegen." 21,7 Millionen US-Dollar Verluste hatte der amerikanische Online-Tierhändler im letzten Quartal angehäuft bei Umsätzen von nur 9,4 Millionen Dollar. Der Börsenkurs der erst seit Februar an der Nasdaq notierten Firma stürzte von einst knapp 14 Dollar auf 22 Cents ab. 255 der 320 Mitarbeiter werden entlassen.
Der Online-Tierhandel in den USA ist hart umkämpft. Bereits im Juni musste der Anbieter Petstore.com schließen - und verkaufte Teile des Unternehmens an Pets.com. Erst im Oktober hatte Petopia.com 120 Beschäftigte - 60 Prozent des Personals - entlassen. Ob Futter, Spielzeug oder Leinen - die Firmen verfügen über ein ähnliches Sortiment und bekämpfen sich vor allem über den Preis. Hinzu kommen hohe Transportkosten, die die geringen Margen weiter drücken.
Vergeblich hatte die Firma nach frischem Kapital oder Käufern gesucht. Jetzt will Pets.com, an denen zeitweilig Amazon mit fast 30 Prozent und Walt Disney mit 5 Prozent beteiligt war, die letzten Unternehmenswerte versilbern: die URL, die "Socken-Puppe" als Erkennungszeichen und das Distributionssystem sollen meistbietend verkauft werden.