Pfaff Nähmaschinen für die Börse
Hamburg - "Wir haben vor etwa zehn Tagen den Wertpapierhandelsprospekt bei der BaFin eingereicht", sagte Albert Wahl, Vorstand des Finanzinvestors und Pfaff-Eigners GCI BridgeCapital, der "Financial Times Deutschland". Der Börsengang sei für das zweite Halbjahr 2007 vorgesehen. Er stehe allerdings unter dem Vorbehalt, dass Pfaff bis dahin wie geplant mindestens zehn Prozent operative Rendite erreiche.
Der Prospekt sieht laut Wahl im ersten Schritt eine Kapitalerhöhung außerhalb der Börse vor. "Wir planen ein Private Placement an ausgewählte institutionelle Investoren, die die Umstrukturierung begleiten", sagte der Manager. Sie sollten dann zusammengenommen bis zu zehn Prozent des Traditionsunternehmens halten. Im zweiten Schritt solle der öffentliche Börsengang folgen. GCI wolle aber höchstwahrscheinlich zunächst die Mehrheit behalten.
Nur noch Nähmaschinen für Bekleidungsindustrie
Pfaff wurde 1862 gegründet und hat inzwischen Produktionsstandorte in Kaiserslautern und Shanghai. Laut GCI arbeiten weltweit 750 Menschen für das Unternehmen. Für dieses Jahr erwartet Pfaff einen Umsatz von 70 bis 75 Millionen, 2007 zwischen 85 und 90 Millionen.
Dabei sah es vor einigen Jahren gar nicht gut aus für das Traditionsherstellerunternehmen. 1999 war Pfaff von der chinesisch-amerikanischen Muttergesellschaft Singer in die Insolvenz gezogen worden. Um das Unternehmen zu retten, war die Haushalts-Nähmaschinensparte an die schwedische Husqvarna-Viking-Gruppe verkauft worden. Seither konzentriert sich Pfaff auf die Produktion und den Vertrieb von Nähmaschinen für die Bekleidungsindustrie.
Die Münchner Beteiligungsgesellschaft GCI hatte Pfaff Industrie-Nähmaschinen Ende 2005 von den italienischen Eigentümern Bianchi Mare und Efibanca mit dem Ziel übernommen, an die Börse zu gehen. Um das Unternehmen dafür fit zu machen, sind aber noch weitere Sanierungsschritte geplant. "Die Restrukturierung ist noch nicht abgeschlossen. Es wird noch die ein oder andere Anpassungsmaßnahme geben", kündigte Wahl an. Bis Ende des Jahres solle das Management einen Umbauplan vorlegen.
ase/ddp/Reuters