Pfandpflicht Einzelhandel macht es Kunden möglichst schwer
Berlin/Karlsruhe - Der Handelsriese Metro mit seinen Vertriebslinien Metro Cash & Carry, Real, Extra und Kaufhof bereitet eine eigene Lösung zur Umsetzung der Pfandpflicht vor. Beim Kauf von Getränken in Einwegverpackungen wird demnach der zu zahlende Pfandbetrag auf dem Kassenbon gesondert ausgewiesen. Das Pfandgeld wird bei der Leergutrückgabe gegen Vorlage des Belegs erstattet. Metro werde alles unternehmen, dass es zu möglichst geringen Behinderungen für die Kunden komme, teilte das Unternehmen mit.
Die Spar-Lebensmittelmarkt-Kette mit ihren 3.000 Einzelhändlern und den 350 Läden von Intermarché und Eurospar setzt auf eine Lösung mit Pfandmarken, wie die Spar AG in Schenefeld mitteilte. Diese werden mit den Getränken ausgegeben und an der Verkaufsstelle mit dem Leergut wieder eingesammelt. "Auf diese Weise leisten wir unseren Beitrag zur Umsetzung der Verpackungsverordnung," so Spar-Vorstand Michael Ludwig. Spar führt allerdings vorwiegend Getränke in Mehrwegverpackungen.
Ein ähnliches Vorgehen hatte die führende deutsche Warenhauskette Karstadt angekündigt. "Wir werden in den Lebensmittelabteilungen Pfand auf Einwegverpackungen erheben und nehmen natürlich die bei uns gekauften Flaschen und Dosen zurück", sagte Sprecher Elmar Kratz. Bei der Rückgabe müssten die Kunden allerdings den Kaufbon mitbringen, um das Pfand zurück zu bekommen. Das sei eine manuelle Übergangslösung.
Klage wird zügig behandelt
Ab dem Jahreswechsel sind Läden, die Getränke in Dosen und Einwegflaschen führen, zum Erheben von Pfand verpflichtet. Es beträgt bei Dosen und kleinen Flaschen 25 Cent, bei Flaschen über 1,5 Liter 50 Cent. Das Geld gibt es bei Rückgabe des Leerguts zurück.
Einzelhändler der Rewe-Kette hatten am Montag beim Bundesverfassungsgericht im Eilverfahren die Aussetzung der Maßnahme beantragt. Das Gericht teilte mit, dass sich der Erste Senat noch vor Inkrafttreten des Gesetzes mit der Sache befassen werde.
Trittin kritisiert Einzelhandel
Umweltminister Jürgen Trittin kritisierte in Berlin, dass sich die großen Discounter, die 80 Prozent der Einwegbehälter verkauften, mit der Umsetzung des Dosenpfands so lange Zeit gelassen hätten. Der Grünen-Politiker warb in Berlin gemeinsam mit den Pfandbefürwortern aus Umweltinitiativen und Getränkefachhandel erneut für Mehrwegverpackungen.
Die Pfandpflicht werde zu einem "zweiten Frühling" für Mehrweg führen, meinte der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch: "Totgesagte leben länger." Mehrwegflaschen kosteten weniger Pfand und könnten überall zurückgegeben werden.