Pflege: Löhne für Pflegekräfte steigen im Schnitt auf 24,50 Euro - DER SPIEGEL
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Zahlen der GKV Löhne für Pflegekräfte steigen im Schnitt auf 24,50 Euro

Inmitten der Debatte über eine Reform der Pflegeversicherung steigen die Löhne für Langzeitpflegekräfte weiter. Das wirkt sich jedoch unmittelbar auf die Pflegebedürftigen aus.
Senioren mit Rollator: Pflegeheimbewohner zahlen im Schnitt mehr als 3300 Euro im Monat selbst
Senioren mit Rollator: Pflegeheimbewohner zahlen im Schnitt mehr als 3300 Euro im Monat selbst

Senioren mit Rollator: Pflegeheimbewohner zahlen im Schnitt mehr als 3300 Euro im Monat selbst

Foto: Andreas Franke / IMAGO

Die Stundenlöhne für Beschäftigte in der Langzeitpflege sind nach Angaben des GKV-Spitzenverbands auf durchschnittlich 24,50 Euro gestiegen. Das sei eine Steigerung von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte der Verband mit. Langzeitpflege bezeichnet die längerfristige Versorgung Pflegebedürftiger, etwa in einem Pflegeheim.

Die Zahlen fallen in die Debatte über eine Reform der Pflegeversicherung. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch deren erste Stufe auf den Weg.  Sie soll die Finanzlage zunächst entlasten, unter anderem durch höhere Beiträge für Kinderlose. Eine Kommission soll bis Januar Vorschläge für weitere Reformschritte erarbeiten.

Nach Qualifikation liegen die Stundenlöhne laut GKV-Spitzenverband bei 28,03 Euro für Pflegefachkräfte (plus 3,6 Prozent), 23,36 Euro für Pflegeassistenzkräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung (plus 3,3 Prozent) und 20,96 Euro für Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung (plus 3,5 Prozent).

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) verdienen Pflegefachkräfte in der Altenpflege im Mittel 4438 Euro brutto im Monat, in der Krankenpflege 4587 Euro. Im Pflegebereich arbeiteten 2025 nach BA-Angaben rund 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr und 320.000 mehr als 2015. Als Grund wird die gestiegene Pflegebedürftigkeit angeführt.

Höhere Löhne wirken sich auf Eigenanteile aus

Höhere Löhne wirkten sich im Teilleistungssystem unmittelbar auf die Eigenanteile der Pflegebedürftigen aus, sagte GKV-Chef Oliver Blatt. Diese stiegen seit Jahren ungebremst.

Pflegeheimbewohner zahlen bundesweit im Schnitt inzwischen mehr als 3300 Euro im Monat selbst, 256 Euro mehr als vor einem Jahr. Das zeigen Zahlen des Verbands der Ersatzkassen. Die SPD fordert eine Deckelung der Eigenanteile. Die Union lehnt das ab und setzt auf »sozialverträgliche Leistungszuschüsse«, wie Gesundheitsminister Carsten Linnemann im ZDF sagte.

Die Pflegeversicherung steht finanziell extrem unter Druck. Als Hauptgrund für die Finanznot gilt die stark gestiegene Zahl Pflegebedürftiger. Linnemann sprach von einer Verdreifachung binnen 20 Jahren auf sechs Millionen.

Der GKV-Spitzenverband, der auch die Pflegekassen vertritt, rechnet mit einem 1,2-Milliarden-Defizit in diesem Jahr. Im kommenden Jahr wird ein Minus von 7,6 Milliarden Euro erwartet, und für die nächsten Jahre drohen laut Gesetzentwurf der Regierung Defizite in zweistelliger Milliardenhöhe.

Bei der Pflege sollen vor allem Kinderlose künftig deutlich mehr zahlen. Doch das ist nicht die einzige Reform, die die Bundesregierung plant. Mit unserem interaktiven Rechner finden Sie hier  heraus, was das für Sie bedeutet.

luc/dpa