Pharma-Übernahmekampf Sanofi-Chef bleibt feindlich gesonnen
Frankfurt am Main/Hamburg - "Eine Fusion unter Gleichen schließe ich aus. Wir können nicht Monate warten, bis wir alle Befindlichkeiten geklärt haben", sagte Dehecq der "Financial Times Deutschland". Gleichzeitig bekräftigte Dehecq dem Zeitungsbericht zufolge, sein aktuelles Angebot für Aventis aufrechtzuerhalten. "Es gibt derzeit überhaupt keinen Grund, das Angebot zu verbessern", sagte er. "Wenn ich das Angebot erhöhen würde, würden mich meine Aktionäre fragen, warum ich das tue." Offen ließ er, ob eine Erhöhung zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein könnte. Ähnlich äußerte er sich in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt". Auf die Frage, ob Sanofi die Offerte für Aventis noch aufstocken könnte, sagte er: "Wir werden sehen".
Sanofi-Synthélabo hatte am Montag vergangener Woche den Aventis-Aktionären ein Kaufangebot über insgesamt 47,8 Milliarden Euro unterbreitet. Aventis-Vorstand und -Aufsichtsrat wiesen das Angebot zurück. Die Summe sei "lächerlich", hatte Aventis-Vorstandschef Igor Landau gesagt.
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) rechnet bei einer Übernahme von Aventis durch Sanofi entgegen der Befürchtungen der Mitarbeiter mit dem Erhalt der Arbeitsplätze in Frankfurt am Main. "Der Standort Deutschland mit diesen Arbeitsplätzen ist aus der Sicht der beteiligten Unternehmen, wie mir glaubwürdig versichert wird, nicht gefährdet", sagte Clement am Dienstagabend der ARD. Allerdings könne niemand ausschließen, dass es bei einem Zusammengehen der Unternehmen "im Gesamtverbund" zu Jobverlusten können könne.
Zuvor hatte sich Aventis gegen eine politische Einflussnahme im Streit um das feindliche Übernahmeangebot von Sanofi ausgesprochen. Aventis könne mit Sanofi "alleine fertig" werden, sagte Heinz-Werner Meier, Mitglied des Aventis-Vorstands, am Dienstag in Frankfurt-Höchst rund 5000 jubelnden Mitarbeitern.
Der Aventis-Aufsichtsrat will heute über die weitere Abwehrstrategie beraten. Morgen wird der deutsch-französische Konzern seine Jahreszahlen vorstellen und dabei auf Erfolge und innovative Produkte hinweisen. Sanofi plant eine ähnliche Veranstaltung für den 16. Februar.