Pharmabranche Bayer will weiter wachsen
Frankfurt/Main - Die Übernahme von Schering sei ein sehr bedeutender Zwischenschritt gewesen, sagte Bayer-Vorstandschef Werner Wenning. Die Integration des Berliner Unternehmens habe zwar oberste Priorität, gleichzeitig halte Bayer aber "die Augen auf, was sich an weiteren Möglichkeiten ergeben könnte". Auch in Zukunft werde Bayer nach Möglichkeiten für internes aber auch externes Wachstum suchen. Dies betreffe zum Beispiel das Pharmageschäft, aber auch das Geschäft mit verschreibungsfreien Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten. An der Pharmasparte von Altana sei Bayer jedoch nicht interessiert.
Mit der Übernahme von Schering für rund 17 Milliarden Euro steigt Bayer an die Spitze der deutschen Pharmakonzerne auf. Die Leverkusener halten inzwischen 92 Prozent der Stimmrechte bei Schering. Den verbliebenen Schering-Aktionären soll eine Barabfindung geboten werden.
Auch nach der Schering-Übernahme will Bayer an seiner Drei-Säulen-Struktur mit den Teilkonzernen HealthCare, zu dem unter anderem das Pharmageschäft gehört, dem Agrochemiebereich CropScience und dem Kunststoffgeschäft MaterialScience festhalten. In den beiden letzteren Bereichen sei weiteres Wachstum jedoch nur begrenzt möglich.
Wenning sieht derzeit keinen rapiden Abschwung in der Chemiekonjunktur. Man erkenne zwar eine Abschwächung der Dynamik, aber nicht des Wachstums. Für das Gesamtjahr 2006 seien für die deutsche Chemieindustrie ein Produktionsplus von 2,5 Prozent und ein Umsatzanstieg von 5,5 Prozent zu erwarten.
Für seine weiteren Übernahmepläne hat Wenning ausreichend Zeit: Im Sommer dieses Jahres verlängerte der Bayer-Aufsichtsrat seinen Vertrag um drei Jahre bis 2010.
nkl/Reuters/dpa/dpa-AFX/AP