Philips: Größter Verlust der Konzerngeschichte - DER SPIEGEL
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Philips Größter Verlust der Konzerngeschichte

Beim Elektronikkonzern Philips ist im letzten Jahr fast alles schief gelaufen: Der Umsatz ist gefallen, der Verlust auf ein Rekordhoch gestiegen, die Mitarbeiterliste um fast 20.000 Stellen geschrumpft. Die Ausblick für 2002 fällt vorsichtig aus.
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Amsterdam - Nur noch zwei Geschäftsfelder gab es, mit denen Europas größter und ältester Hersteller von Gebrauchselektronik noch Gewinne erzielte: die für Glühbirnen und für Kaffeemaschinen. Diese Bereiche aber machen weniger als ein Viertel des Umsatzes aus - und in allen wichtigen Sektoren wie denen für Halbleiter, Computer-Bildschirme, Fernseher und Stereoanlagen haben sich die Niederländer in die roten Zahlen manövriert.

Im vierten Quartal hat der Konzern einen Verlust von 1,141 Milliarden Euro verbucht, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Im Vorjahresquartal stand noch ein Nettogewinn von 2,792 Milliarden Euro unter dem Strich. Der Verlust fiel noch höher aus, als Analysten erwartet hatten. Im Gesamtjahr verlor Philips 2,6 Milliarden Euro, der höchste Verlust seit der Gründung 1891.

Im vergangenen Jahr hatte Philips-Chef Gerard Kleisterlee 18.600 Stellen gestrichen. Sonderbelastungen aus den Kosten dieses Stellenabbaus waren zum Teil für den hohen Verlust verantwortlich, hinzu kommen hohe Abschreibungen, weil Philips-Anteile an Unternehmen wie Vivendi Universal deutlich an Wert eingebüßt haben. Am Donnerstag kündigte der Konzern an, im laufenden Jahr weitere 3000 Stellen abbauen zu wollen. Im Gesamtjahr hoffe man wieder auf eine Gewinn.

Auch das operativen Geschäft aber, in dem Einmaleffekte nicht berücksichtigt sind, lief 2001 miserabel: Nach einem Gewinn von 1,949 Milliarden Euro aus der laufenden Geschäftstätigkeit im vierten Quartal 2000 steht nun ein Verlust von 442 Millionen Euro in der Bilanz.

Börsenhändler reagierten auch deshalb verschnupft auf die Zahlen, weil Philips im laufenden Jahr zunächst keine Besserung des Geschäfts erwartet. Die Aktie des Elektronikkonzerns fiel in Amsterdam bis 10.30 Uhr um 1,4 Prozent auf 29 Euro. Zugleich gab der niederländische AEX-Index nur um 0,34 Prozent auf 479 Punkte nach.