Piëch goes Shopping Volkswagen - Einstieg bei Scania
Wolfsburg - VW übernimmt 34 Prozent der Stimmrechte und damit die industrielle Führung. Die Wolfsburger profitieren dabei von den voneinander abweichenden Kapital- und Stimmrechtsverhältnissen bei Scania: Ihnen genügen 18,7 Prozent des Kapitals für umgerechnet gut drei Milliarden DM. Scania ist mit gut 50.000 verkauften Lkw und Bussen nach DaimlerChrysler und Volvo Nummer drei in Europa und gilt als eine der weltweit profitabelsten Lkw-Marken.
Die Beteiligung soll zügig abgewickelt werden. Von der EU-Wettbewerbsbehörde erwarten Experten keine größeren Probleme, da VW bislang nur leichte Transporter und keine schweren Lkw wie Scania baut. VW will seit langem in die Lkw-Sparte. Bisher baut Volkswagen nur in Lateinamerika jährlich 9000 schwerere Lastwagen.
Seit Mitte der 90er Jahre bemüht sich das Unternehmen speziell um Scania. Vor zwei Jahren waren Gespräche an zu hohen Preisforderungen der Schweden gescheitert.
Den geplanten Einstieg hatten VW und die Investor AB als Holding der schwedischen Wallenberg-Gruppe am vergangenen Montag gemeinsam in Stockholm mitgeteilt. Der Verkauf an VW ist die Konsequenz aus dem kürzlich ausgesprochenen Veto der EU-Wettbewerbshüter gegen die Fusion von Scania mit Volvo. Der schwedische Konkurrent Volvo bleibt mit 45,5 Prozent der Aktien, aber nur 30,9 Prozent der Stimmrechten zweitstärkster Scania-Eigner. Auch die Investor AB behält eine Minderheit an Scania.
Skoda: Bald 100-prozentige VW-Tochter?
Die tschechische Regierung wird nach einem Bericht der Prager Tageszeitung "Pravo" über den Verkauf des 30-prozentigen Staatsanteils am Automobilhersteller Skoda beraten. Damit rückt die Frage, ob der Wolfsburger VW-Konzern sein Tochterunternehmen ganz übernehmen kann, in die entscheidende Phase. Nach Angaben aus Regierungskreisen will das Kabinett noch im laufenden Jahr seinen Anteil verkaufen.
Dem Bericht zufolge soll das Paket zwölf bis 20 Milliarden Kronen (630 Millionen bis 1,1 Milliarden Mark) kosten. Der VW-Konzern, der 70 Prozent von Skoda besitzt, bietet derzeit angeblich acht Milliarden Kronen. Die tschechische Regierung rechne damit, dass das endgültige Angebot von Volkswagen bis zum 15. Mai vorliegen werde, berichtete "Pravo". Derzeit spreche sich nur Handelsminister Miroslav Gregr gegen einen schnellen Verkauf des Staatsanteils an VW aus.
Volkswagen hatte unlängst sein Interesse an dem Paket bekräftigt. "VW ist zum Kauf bereit, wir warten auf den Standpunkt der anderen Seite", hatte Vorstandsmitglied Jens Neumann der Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" gesagt. "Wir haben unsere Vorstellungen, jetzt warten wir, mit welchen Ideen die tschechische Regierung kommt."