Piëch-Imperium: Porsche baut VW-Anteil deutlich aus - DER SPIEGEL
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Piëch-Imperium Porsche baut VW-Anteil deutlich aus

Dass Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sich bei dem Engagement bei Volkswagen kein Risiko erlauben würde, war von Anfang an klar. Die Absicherung erfolgt nach traditioneller Art: Durch eine Ausweitung der Kontrolle.
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Stuttgart - Mit einem Anteil von bis zu 29,9 Prozent würde sich Porsche die Mehrheit auf der traditionell schwach besuchten Hauptversammlung sichern. Dabei sind die Stuttgarter offenkundig bemüht, den Anteil bei VW unter der Schwelle von 30 Prozent zu halten. Sollte diese Marke überschritten werden, müsste den anderen Aktionären ein offizielles Übernahmeangebot vorgelegt werden.

Schon jetzt besitzt das Unternehmen 27,4 Prozent an dem weitaus größeren Wolfsburger Konzern und damit rund sechs Prozent mehr, als bislang bekannt war. An der Börse schoss die VW-Aktie schon vor dieser Bekanntgabe um fünf Prozent nach oben.

Das Land Niedersachsen hält nach letztem Stand knapp 20,8 Prozent der VW-Anteile und ist damit zweitgrößter Aktionär. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat der bislang drittgrößte VW-Aktionär, die US-Kapitalanlagegesellschaft Brandes Investment Partners, sich in den letzten Tagen offenbar von einem großen Teil der Volkswagen-Aktien getrennt. Wie das Blatt gestern berichtete, soll Brandes jetzt nur noch mit weniger als fünf Prozent an dem Wolfsburger Autokonzern beteiligt sein.

Möglicherweise reagierten die Amerikaner der Zeitungsmeldung zufolge auch auf den von Aufsichtsratschef Piëch veranlassten Wechsel an der VW-Vorstandsspitze, der bereits Kritik anderer internationaler Anleger hervorgerufen hatte. In der vergangenen Woche war VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder abgelöst worden. Sein Nachfolger wird der Piëch-Vertraute Martin Winterkorn.

Porsche war vor gut einem Jahr bei VW eingestiegen. Als Gründe für diese Beteiligung wies Wiedeking auf die enorme Bedeutung von VW als Entwicklungspartner und Lieferant hin. Außerdem wolle man eine feindliche Übernahme von VW aus dem Ausland ausschließen. Die Ambitionen reichen aber offensichtlich noch ein bisschen weiter: zurzeit kaufen Investoren aus dem weiteren Umfeld von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch fünf bis sieben Prozent der VW-Aktien auf, Piëch selbst hält 13 Prozent an Porsche.

Piëch hat sich damit eine Machtbasis im Konzern geschaffen, die ihm fast die uneingeschränkte Kontrolle garantiert. Volkswagen wäre damit wieder praktisch ein Familienunternehmen - und Piëch selbst das Oberhaupt.

Die Strategie ist durchaus nachvollziehbar, wann man die historischen Wurzeln betrachtet. Piëchs Großvater Ferdinand Porsche hatte in den dreißiger Jahren den Käfer entwickelt, die Keimzelle der beiden Autobauer Volkswagen und Porsche. Piëchs Vater war Werkleiter in Wolfsburg.

mik/AP