Pilotabschluss Metaller legen Streit um Altersteilzeit bei
Sindelfingen - Ende 2009 läuft die staatliche Förderung der Altersteilzeit in der Metall- und Elektroindustrie aus. Für etwa 3,6 Millionen Beschäftigte in Deutschland musste deshalb dringend eine neue Regelung her. Und die ist nun gefunden: Künftig sollen höchsten 2,5 Prozent der Belegschaft eines Betriebes einen allgemeinen Anspruch auf Altersteilzeit haben, teilten die Tarifparteien in Sindelfingen mit.
In Unternehmen, die Arbeitnehmer mit besonderen Belastungen beschäftigen, kann diese Quote auf vier Prozent steigen.
Der Abschluss in Baden-Württemberg könnte bundesweit auf die Branche übertragen werden. Der IG-Metall-Bezirk will bei der Sitzung seiner Großen Tarifkommission am Donnerstag das Verhandlungsergebnis beraten.
Bislang dürfen Mitarbeiter vom 57. Lebensjahr an in eine sechsjährige Altersteilzeit gehen und für die Hälfte der Arbeitszeit 82 Prozent ihres bisherigen Nettoeinkommens beziehen. Zur Aufstockung tragen die Arbeitgeber und derzeit noch die Bundesagentur bei.
Die Verhandlungen liefen bereits seit April dieses Jahres. Ende Juni scheiterten sie allerdings vorerst, weil die beiden Parteien sich nicht einigen konnten. Die Arbeitgeber wollten nur noch besonders belasteten Arbeitnehmern einen Anspruch auf Altersteilzeit gewähren. Die Gewerkschaft forderte dagegen, dass Beschäftigte von einem bestimmten Alter an in Altersteilzeit gehen dürfen. Die Obergrenze sollte bei fünf Prozent der Belegschaft eines Betriebes liegen.
Bei ihren Verhandlungen standen die Tarifparteien unter Zeitdruck: Demnächst beginnt auch die Entgeltrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Nach dem Willen beider Seiten sollte das Thema Altersteilzeit bis dahin abgehakt sein.
cvk/AP/dpa