Piloten auf Crash-Kurs: Cockpit steht vor der Spaltung - DER SPIEGEL
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Piloten auf Crash-Kurs Cockpit steht vor der Spaltung

Es ist eine der schlagkräftigsten Gewerkschaften, doch intern gibt es Zoff: In der Pilotenvereinigung Cockpit tobt ein massiver Streit um die Tarifpolitik. Jetzt sollen die Kritiker ausgeschlossen werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Einer der einflussreichsten deutschen Arbeitnehmerorganisationen, der Pilotenvereinigung Cockpit (VC), droht die Spaltung. Das geht aus einem Briefwechsel zwischen kritischen Funktionären und dem Vorstand der Fachgewerkschaft hervor. In dem Schreiben üben fünf hochrangige VC-Vertreter massive Kritik an der Tarifpolitik der aktuellen Führung und fordern noch in diesem Jahr die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung.

Der amtierende VC-Präsident Tim Würfel und seine Kollegen, heißt es in dem Brandbrief, den auch zwei VC-Kontrolleure im Lufthansa-Aufsichtsrat unterschrieben haben, betrieben „Klein-Zirkel Diplomatie“ und träfen Absprachen mit Fluggesellschaften unter Umgehung der jeweils zuständigen Tarifkommission. Dadurch könnte speziell den Lufthansa-Piloten „schwerer Schaden“ zugefügt werden.

Gleichzeitig wehren sich die VC-Opponenten gegen Pläne, auch die Flugzeugführer der Konzerntochter Cityline arbeitsrechtlich in den Konzern einzugliedern, weil dadurch die Aufstiegs- und Verdienstchancen der angestammten Passage-Piloten beschnitten würden.

In einer Stellungnahme vom 14. Oktober keilt VC-Chef zurück – und wirft den Kritikern vor, „Zukunftsängste“ zu schüren. „Keiner von ihnen“, empört sich Würfel, habe bislang „das Gespräch mit dem Vorstand gesucht“. Ende der Woche rief die VC-Führung ihre Mitglieder per Rundschreiben auf, dem Ausschluss der fünf Rebellen aus der Organisation zuzustimmen - und ihr selbst das Vertrauen auszusprechen.

Dinah Deckstein