Pilotenstreik Neue Gehaltsrunde bei Lufthansa
Frankfurt am Main - Nach dem Pilotenstreik am Freitag hatte die Lufthansa ihren 4200 Piloten ein besseres Angebot zugesagt, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Pilotenvereinigung Cockpit fordert Einkommenserhöhungen um durchschnittlich mehr als 30 Prozent. Die Lufthansa hatte bisher angeboten, die Vergütung in diesem Jahr zwischen 10 und 16,7 Prozent anzuheben. Sollte es in der neuen Runde zu keiner Einigung kommen, droht am kommenden Donnerstag der nächste Streik.
Unterdessen warnte der Vorsitzende der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG), Roland Issen, vor zu großzügigen Gehaltserhöhungen für die Piloten. "Wenn der Vorstand einknickt, könnte das auch andere Gruppen auf den Geschmack bringen", urteilte der Gewerkschafter, der auch im Aufsichtsrat der Lufthansa sitzt, in der "Welt am Sonntag". Boden- und Kabinenpersonal könnten zu eigenen Nachforderungen animiert werden.
Auch der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Lufthansa Cargo und Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, Willi Rörig, kritisierte den Alleingang der Piloten. Nicht nur sie hätten in den 90er Jahren Opfer zur Sanierung der Fluggesellschaft bringen müssen. Die 65.000 Boden- und Kabinenbeschäftigten wollen nach Rörigs Worten ebenfalls "das Recht für sich in Anspruch nehmen, dass sie von dem zu verteilenden Kuchen ein angemessenes Stück abbekommen".
Der erste Arbeitskampf der Piloten für höhere Gehälter in der Geschichte der Lufthansa hatte am Freitag zu zahlreichen Ausfällen oder Verspätungen von Maschinen geführt. Während des Streiks zwischen 0.00 und 12.00 Uhr fielen laut Lufthansa rund drei Viertel der 500 geplanten Flüge aus.
Nach Angaben der Vereinigung Cockpit wurden von den innereuropäischen Flügen 335 gestrichen. Auch bei der Chartertochter Condor habe es Ausfälle gegeben. Betroffen waren in Deutschland insgesamt 30.000 Flugpassagiere. Nach Expertenschätzungen könnte der Schaden für die Lufthansa bis zu 20 Millionen DM betragen.