Pipeline-Pannen Alaska droht BP mit Klage
Anchorage - Gouverneur Frank Murkowski sagte vor dem Parlament in Juneau, man habe eine Untersuchung eingeleitet um zu klären, wie es zur Korrosion der Trans-Alaska-Pipeline kommen konnte. Das Justizministerium prüfe zudem, ob man BP für Steuerausfälle verantwortlich machen könne, die durch die teilweise Schließung des Ölfeldes Prudhoe Bay entstehen. "Wir werden British Petroleum für frühere und künftige Management-Entscheidungen über das Feld haftbar machen", sagte Murkowski.
Prudhoe Bay lieferte bisher täglich 400.000 Barrel, acht Prozent der US-Förderung. BP hatte am Sonntag bekannt gegeben, das Feld schließen zu wollen, nachdem bei Kontrollen eine schwere Schädigung der Pipeline festgestellt worden war. Murkowski betonte, in früheren Berichten von BP sei immer von einem befriedigenden Zustand der Rohrleitung die Rede gewesen. Er frage sich, wann BP vom schlechten Zustand der Pipeline erfahren habe.
Die Schließung des Ölfelds, die mehrere Monate dauern soll, beschert dem Bundesstaat Steuerausfälle von täglich 6,4 Millionen Dollar. Murkowski hat deshalb für den Staat einen Einstellungsstopp verfügt. Zugleich forderte er die schnellstmögliche Wiederaufnahme der Förderung. "BP muss das ganze Ölfeld wieder zum Laufen bringen, und zwar so schnell es sicher möglich ist."
Ein BP-Sprecher sagte in einer Reaktion auf die Rede von Murkowski, der Konzern strebe Höchststandards bei Sicherheit, Förderung und Integrität an. In Kreisen des Unternehmens hieß es weiter, die Reparaturarbeiten dürften 100 Millionen Dollar kosten.
Parlamentspräsident John Harris kündigte eine Serie von Anhörungen an, die kommende Woche beginnen sollen. Es sollten auch Informanten aus der Branche gehört werden, die vor Rost und möglichen Versäumnissen des Staates gewarnt hätten. "Wenn Angestellte Ihnen von Problemen berichten und Sie nicht zu hören, gibt es möglicherweise Nachlässigkeiten bei BP."
itz/Reuters