Pischetsrieder-Rücktritt: Spekulationen um Streit wegen MAN-Einstieg - DER SPIEGEL
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Pischetsrieder-Rücktritt Spekulationen um Streit wegen MAN-Einstieg

Der überraschende Rücktritt von VW-Chef Pischetsrieder hat nach einem Bericht des "Handelsblattes" einen handfesten Auslöser: Streit über einen Einstieg von Lkw-Hersteller MAN. Piëch habe Pischetsrieder vorgeworfen, damit ein Gegengewicht zu Porsche aufbauen zu wollen.
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Frankfurt am Main - Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und VW-Chef Bernhard Pischetsrieder sind wegen Verhandlungen mit dem Lkw-Bauer MAN aneinander geraten, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Porschemiteigentümer Piëch habe Pischetsrieder vorgeworfen, gemeinsam mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff ein Gegengewicht zu Porsche im Aktionärskreis aufbauen zu wollen. Daraufhin habe Pischetsrieder seinen Rücktritt erklärt.

Wulff habe dem Bericht zufolge versucht, MAN-Chef Hakan Samuelsson zur Übernahme eines zehnprozentigen Anteils an VW zu bewegen. Gemeinsam mit den Landesanteilen hätte das Duo den neuen Großaktionär Porsche mit einem geplanten Anteil von 25,1 Prozent in Schach halten können. Davon soll Pischetsrieder gewusst haben.

"Das wäre ein offener Affront gewesen, den sich ein Machtmensch wie Piëch nicht gefallen lässt", zitierte das "Handelsblatt" einen Analysten. Das Verhältnis zwischen dem Aufsichtsratschef und seinem Vorstandsvorsitzenden galt schon seit längerem als gestört. Bereits im Frühjahr hatte Piëch versucht, Pischetsrieder an der VW-Spitze abzulösen.

VW hatte am Dienstag überraschend bekannt gegeben, dass Pischetsrieder den Vorstandsvorsitz zum Jahreswechsel an Audi-Chef Martin Winterkorn abgibt. Zu den Umständen äußerte sich der Konzern bislang nicht. Audi-Betriebsratschef Peter Mosch, der dem VW-Aufsichtsrat angehört, erklärte lediglich, die Initiative zur Ablösung des Vorstandschefs sei nicht von der Arbeitnehmerseite gekommen.

agö/AFP

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