Pixelpark: Der Analysten-Daumen geht runter - DER SPIEGEL
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Pixelpark Der Analysten-Daumen geht runter

Die Bertelsmann-Tochter Pixelpark steht am Neuen Markt bereits den zweiten Handelstag in Folge unter Druck.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt - Nach unerwartet schlechten Geschäftszahlen, die der Internet-Dienstleister am Freitag vorgelegt hatte, haben Analysten die Papiere des Unternehmens herabgestuft und damit eine neue Verkaufswelle ausgelöst.

So bestätigten Goldman Sachs zwar die Einstufung von Pixelpark als "Market Performer", reduzierten aber die Gewinnerwartungen. Die Investmentbank rechnet bei der Multimedia-Agentur nun im laufenden Jahr mit einem Verlust je Aktie von 0,94 Euro anstatt wie bisher 0,62 Euro.

Hornblower Fischer stufte Pixelpark als "Trading Sell" ein und urteilt, die vorgelegten Zahlen seien "enttäuschend" gewesen. Angesichts der eingetrübten Aussichten gebe es derzeit kaum Kurspotenzial.

Goldman Sachs habe Pixelpark mit seiner Reduzierung der Erwartungen für Umsatz und Gewinn je Aktie "für heute zum Abschuss freigegeben", sagte ein Händler. Bis 15.10 Uhr verlor der Nemax-50-Wert 9,03 Prozent auf 25,40 Euro.

Am Freitag hatte Pixelpark mitgeteilt, dass der Umsatz im vierten Quartal des Rumpfgeschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 82 Prozent auf 27,2 Millonen Euro gestiegen sei. Verglichen mit dem dritten Quartal ging das Wachstum um 2 Prozent zurück. Analysten waren von einem Umsatzanstieg von 10 bis 20 Prozent ausgegangen.

Auch die 2000er-Umsätze blieben hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Gerechnet hatten sie mit 60 Millionen Euro, Pixelpark verbuchte Verkäufe in Höhe von 55 Millionen Euro.

Goldman Sachs schrieb, Pixelpark habe das neue Geschäftsjahr "auf dem falschen Fuß" begonnen. Das Unternehmen habe nun interne und externe Probleme. So seien die Kosten für die Integration der in den vergangenen Monaten zugekauften Unternehmen höher als erwartet. Projekte würden länger laufen als geplant. Die Marktbedingungen für kleinere E-Service-Unternehmen seien schlechter als noch vor einigen Monaten. Zudem sei das Management nicht im Stande, die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten konkret vorauszusagen.

Goldman Sachs erwartet, dass Pixelpark mehrere Quartale brauchen wird, um sich von dem Makel zu befreien, den die am Freitag vorgelegten Zahlen auf das Unternehmen werfen. Für das laufende Jahr erwarten die Analysten jetzt einen Verlust je Aktie von 0,94 Euro, 2002 soll der Verlust je Aktie dann 0,15 Euro betragen.