Plattenlabel Zomba: Bertelsmann will Britney billig - DER SPIEGEL
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Plattenlabel Zomba Bertelsmann will Britney billig

Der deutsche Medienkonzern will den Preis für die Übernahme des US-Musikkonzerns Zomba drücken. Dessen einstige Goldesel Britney Spears und Backstreet Boys verkaufen sich immer schlechter.
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Gütersloh - Bertelsmann wolle für die Übernahmen von Zomba offenbar nur 2,4 Milliarden Dollar statt der geforderten drei Milliarden Dollar zahlen, schreibt das "Wall Street Journal" und beruft sich dabei auf informierte Verhandlungskreise. Bertelsmann empfindet den von Zomba-Mehrheitseigner Clive Calder verlangten Preis als Frechheit. Er sei um 600 Millionen Dollar überhöht - schließlich verkaufen sich die Alben der Zomba-Stars wie Britney Spears schon lange nicht mehr sensationell.

Zomba-Besitzer Calder hatte im Juni seine seit langem bestehende Verkaufsoption gegenüber Bertelsmann ausgeübt. Der Gütersloher Medienkonzern hält bereits 25 Prozent der Anteile an Zomba Publishing sowie 20 Prozent an Zomba Record. Bertelsmann muss die Option bis zum Ende des Jahres einlösen. Die EU-Kartellbehörde hat der Übernahme bereits zugestimmt.

Der Preis für das Zomba-Paket richtet sich nach den Ergebnissen des Unternehmens aus dem Zeitraum von 1999 bis 2001 - den Boomjahren in der Musikindustrie. Mittlerweile sinkt jedoch die Popularität der einstigen Verkaufsschlager des Labels, Britney Spears, Backstreet Boys und 'N Sync. Im Jahr 2000 konnte Zomba dank den massenverträglichen Stars sechs Prozent beim Markt für neuerscheinende Alben besetzen. Mittlerweile ist der Anteil auf 2,78 Prozent gesunken.

Der Streit zeige, dass der neue Bertelsmann-Chef Gunter Thielen gegenüber Calder eine härtere Verhandlungsposition einnehmen wolle als sein Vorgänger Thomas Middelhoff, berichtet das "Journal". Thielen will den Schuldenberg des Bertelsmann-Konzerns abbauen, doch mit dem Zomba-Kauf müsste sich das Unternehmen weiter verschulden.

Zomba gilt als profitables Unternehmen, dass zur Zeit unter der Schwäche der gesamten Musikbranche leidet: Der Marktanteil von Zomba lag im Jahr 2000 noch bei 5,29 Prozent, sank aber 2001 auf 3,84 Prozent.