Pleite-Standort: Deutsche sind Spitzenreiter bei Insolvenzen - DER SPIEGEL
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Pleite-Standort Deutsche sind Spitzenreiter bei Insolvenzen

Die Pleitewelle erreicht einen Höchststand in Deutschland: Insgesamt 115.700 Fälle bedeuten ein Plus von 15 Prozent. Besonders die Privatinsolvenzen treiben die Zahl nach oben - hier belegen die Deutschen den Spitzenplatz unter den Westeuropäern.
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Düsseldorf - Gut 76.000 Verbraucher und ehemals Selbstständige traten 2004 den Gang zum Insolvenzgericht an - eine Zunahme von 25 Prozent. Die Zahl der Firmenpleiten ist dagegen nur um 0,3 Prozent auf 39.600 gestiegen, teilte Creditreform mit. Hier seien 600.000 Menschen von den Pleiten ihrer Arbeitgeber betroffen gewesen.

Der Rekord wird vermutlich dieses Jahr schon wieder eingestellt. Für 2005 erwartet Creditreform 135.000 bis 140.000 Pleiten. Es sei mit einem weiteren starken Anstieg bei den Privatinsolvenzen zu rechnen. Neun Prozent der deutschen Haushalte gelten als überschuldet.

Bei den Firmenpleiten hofft die Wirtschaftsauskunftei auf eine Stagnation oder einen leichten Rückgang. "Wir werden eine nachhaltige Verbesserung bei den Unternehmenspleiten 2005 nicht bekommen", meinte Creditreform-Vorstand Helmut Rödl.

Während in der deutschen Industrie eine Abnahme der Firmenzusammenbrüche wahrscheinlich sei, werde für den krisengeschüttelten Einzelhandel mit einer weiteren Pleitenzunahme gerechnet. Die Insolvenzgefahr sei im Baubereich am höchsten. Die Pleite von Walter-Bau werde viele Unternehmen mit in den Abgrund ziehen. Rödl geht von mindestens 40 bis 50 Folgekonkursen aus.

Im westeuropäischen Vergleich liegt Deutschland laut Creditreform bei den Firmenpleiten auf dem zweiten Platz hinter Frankreich, bei den Verbraucherpleiten auf dem ersten Platz vor Großbritannien. Allerdings verzeichneten fast alle Staaten eine Zunahme der Privatinsolvenzen, diese seien nur in Norwegen rückgängig.