Pleitebank: IKB erwägt Milliardenhilfe vom Staat - DER SPIEGEL
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Pleitebank IKB erwägt Milliardenhilfe vom Staat

Die IKB hat Interesse am staatlichen Banken-Rettungspaket. Damit erwägt nach den ersten Landesbanken auch die massiv angeschlagene Mittelstandsbank, die Hilfe der Bundesregierung in Anspruch zu nehmen. Von der KfW erhält die Bank 1,25 Milliarden Euro.
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Düsseldorf - Immer mehr Banken trauen sich aus der Deckung und bekunden ihr Interesse am Rettungspaket der Bundesregierung. "Wir prüfen das staatliche Rettungspaket sehr sorgfältig", sagte nun auch eine Sprecherin der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB am Freitag. Damit bestätigte sie entsprechende Berichte. Das Geldinstitut musste bereits mit knapp zehn Milliarden Euro aus öffentlicher Hand vor der Pleite bewahrt werden.

Wie die mögliche Inanspruchnahme des Pakets aussehen könnte, wollte die IKB-Sprecherin nicht sagen. Auch wann es zu einer Entscheidung komme, sei noch unklar.

Die Finanzmarktkrise macht dem einst grundsoliden Geldinstitut auch nach der Übernahme durch den US-Finanzinvestor Lone Star weiter zu schaffen. Allein im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 musste die IKB   einen Verlust von 540 Millionen Euro ausweisen. Die Bank hatte sich mit US-Ramschhypotheken massiv verspekuliert. Probleme bereite die adäquate Refinanzierung der Bank, erklärte der Vorstand Anfang Oktober.

Interesse zeigen könnte die IKB daher vor allem an den im Rettungspaket enthaltenen Staatsgarantien für Kredite, die sich Banken einander gewähren. Da sich die Geldinstitute angesichts der aktuellen Turbulenzen misstrauen, ist der sogenannte Interbankenhandel fast zum Erliegen gekommen.

Unklar ist jedoch, wie die EU-Kommission auf einen möglichen Beitritt der IKB zum Rettungspaket der Bundesregierung reagieren würde. Erst am Dienstag hatte die Kommission die milliardenschweren Hilfen gebilligt, die die Hauptaktionäre, Staatsbank KfW und Bund, sowie private Banken der IKB seit Ausbruch der Krise im vergangenen Sommer zukommen ließen. Kreisen zufolge müsste sich die IKB im Falle einer neuen Unterstützung auch auf eine erneute Beihilfeprüfung einstellen, deren Ausgang ungewiss ist.

Um das knapp zehn Milliarden schwere Rettungspaket in Anspruch nehmen zu können, hatte sich die IKB unter anderem zur Trennung von einigen ausländischen Standorten und dem Geschäftsbereich Immobilienfinanzierung bereit erklärt.

Die KfW hat wie zugesagt mehr als eine Milliarde Euro frisches Kapital in die IKB gepumpt. Nach Angaben der IKB wurde die Ende März von der IKB-Hauptversammlung beschlossene Kapitalerhöhung von 1,25 Milliarden Euro am Freitag ins Handelsregister eingetragen. Der Anteil der Staatsbank KfW an der IKB steigt damit von 45,5 auf rund 91 Prozent. Der Verkauf des kompletten IKB-Anteils an Lone Star werde voraussichtlich kommende Woche abgeschlossen, teilte die KfW mit.

Als erste Bank in Deutschland hatte Anfang der Woche die BayernLB einen Bedarf von 5,4 Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds angekündigt. WestLB und HSH Nordbank prüfen, ob sie auf die milliardenschwere Unterstützung zugreifen wollen.

kaz/AP