Pleitefall Kirch: Gläubiger sollen erstes Geld sehen - DER SPIEGEL
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Pleitefall Kirch Gläubiger sollen erstes Geld sehen

Es war die größte Insolvenz der Nachkriegsgeschichte, als der Kirch-Konzern vor fünf Jahren Pleite ging. Nun sollen nach SPIEGEL-Informationen erstmals Gläubiger ausbezahlt werden - jedoch nur mit relativ geringen Abschlagszahlungen.
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München/Hamburg - Bis Anfang Februar werde eine Abschlagszahlung von insgesamt rund 300 Millionen Euro überwiesen, sagte Insolvenzverwalter Michael Jaffé dem SPIEGEL.

Die Forderungen belaufen sich derzeit noch auf rund 3,7 Milliarden Euro. Unmittelbar nach der Pleite betrugen die Außenstände samt Schadensersatzforderungen rund zehn Milliarden Euro. Zwischenzeitlich gab es aber Einigungen ("Settlements") mit Großgläubigern wie den Hollywood-Studios Paramount und Columbia.

Zuletzt umfasste die Liste der Gläubiger noch etwa 1900 Eintragungen umfasst. Die Deutsche Fußball Liga hatte das Gros ihrer Forderungen (insgesamt rund 400 Millionen Euro) erst unlängst für etwa 40 Millionen Euro an die Hypovereinsbank   verkauft. Zur erwarteten Gesamtinsolvenzquote wollte Jaffé sich nicht äußern. Mit dem Ende des Verfahrens ist nicht vor 2013 zu rechnen.

Im April 2002 hatte der Zusammenbruch der KirchGruppe die deutsche Medienlandschaft erschüttert. Gemessen am Schuldenstand von 6,5 Milliarden Euro handelte es sich um die größte Firmenpleite der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das Imperium Kirchs wurde zerschlagen.

Neben dem TV-Konzern ProSiebenSat1  , der von einer Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban übernommen wurde, gehörten unter anderem der Bezahlsender Premiere   und die Mehrheit an der Formel 1 zur Kirch-Gruppe.

itz/mm.de/dpa