Porsche: Anleger grummeln über schwäbische Dividende - DER SPIEGEL
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Porsche Anleger grummeln über schwäbische Dividende

Man trifft sich gerne auf den Hauptversammlungen von Porsche. Probleme sind dort selten zu besprechen. Und man kann sich gegenseitig auf die Schultern klopfen, welch kluge Wahl doch die Anschaffung der Porsche-Aktie war. Auch diesmal wieder herrschte Eitel Freude Sonnenschein - wenn auch ein winziger Schatten fiel.
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Stuttgart - Das schwierige Marktumfeld gebiete es, Finanzreserven aufzubauen, referierte Konzernchef Wendelin Wiedeking. "Porsche braucht eine Finanzausstattung, die auch in stürmischen Zeiten Sicherheit gibt", sagt er.

Die Zuhörer ahnten bereits, was sich hinter diesen komplizierten Floskeln verbarg: Die Dividende würde dieses Jahr knapp ausfallen. So sollen die Aktionäre je Vorzugsaktie vier Euro erhalten, womit nur elf Prozent des Konzerngewinns an die Anteilseigner fließen. Auf die bei den Familien Porsche und Piech liegenden stimmberechtigten Stammaktien werden je 3,94 Euro ausgeschüttet.

Man schaffe derzeit die Voraussetzungen, um Porsches Profitabilität selbst bei einem langfristig schwachen US-Dollar auf dem aktuellen Niveau zu halten, warb Wiedeking um Verständnis für eine vergleichsweise geringe Gewinnausschüttung nach den Rekorden des Vorjahres: "Es geht auch darum, den Status als wirtschaftlich erfolgreichster Autohersteller der Welt zu bewahren". Statt höhere Dividenden zu zahlen, sollten zu den schon eingestellten 372 Millionen Euro weitere rund 174,5 Millionen in die Rücklagen fließen.

Zwar könne sich Porsche, dessen Hauptabsatzmarkt die USA sind, gegen Wechselkursänderungen nicht wehren, aber unternehmerische Antworten geben, sagte Wiedeking.

Die Beschwerdeführer meldeten sich denn auch gleich zu Wort. "Es werden nur elf Prozent der Überschüsse an die Aktionäre ausgeschüttet - das erscheint mir sehr schwäbisch", sagte Peter Maser von der Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW).

An den übrigen Eckdaten hatten sie wenig zu mäkeln. Der Absatz des Sportwagenbauers stieg nach den vorläufigen Halbjahreszahlen um 9,7 Prozent auf 35.660 Fahrzeuge. Für das vorige Geschäftsjahr stehen insgesamt 76.827 Verkäufe in den Büchern. Vom aktuellen Verkaufsrenner, dem Geländewagen Cayenne, wurden in sechs Monaten 19.200 Fahrzeuge abgesetzt, 13,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Weitere 12.300 Wagen (plus 19,5 Prozent) entfielen auf die Carrera-Modelle. Die vor dem Modellwechsel stehende zweite Sportwagen-Reihe Boxster kam auf 3900 Verkäufe. Das war gut ein Viertel weniger als im Vorjahr.

Im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende Juli) will Porsche mindestens 80.000 Fahrzeuge verkaufen. Bei weiter hohem Ertragsniveau werde auch der Umsatz zulegen, sagte Wiedeking voraus. Die erste Prognose für 2004/05 entspreche den Markterwartungen, erklärten Beobachter.

Auch in der Frage der Offenlegung der Vorstandsgehälter bissen die Aktionärsvertreter auf Granit: Anleger interessierten sich vor allem für Substanz und Zukunftspotenzial des Unternehmens sowie die Aktienkurse, sagte Wiedeking. Um zu vermitteln, ob die Vorstandsbezüge in einem angemessenen Verhältnis zum Erfolg stehen, reiche es aus, wenn im Geschäftsbericht die Zusammensetzung aus Fixum und erfolgsbezogenen variablen Anteilen veröffentlicht werde. Ende der Diskussion.

Erwähnenswert blieb noch eine Personalie: Der Aufsichtsrat ernannte den Gesellschafter und langjährigen Aufsichtsrat Ferdinand Alexander Porsche zu seinem Ehrenvorsitzenden. Damit werde das Lebenswerk des anerkannten Designers gewürdigt, hieß es. Der 74-Jährige legte sein bisheriges Mandat auf eigenen Wunsch nieder. Sein Nachfolger soll Sohn Ferdinand Oliver Porsche werden.

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