Porsche: Noch nobler, noch profitabler - DER SPIEGEL
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Porsche Noch nobler, noch profitabler

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking strotzt vor Selbstvertrauen. Zwar rechnet er damit, dass Porsche im laufenden Geschäftsjahr weniger Autos verkauft. Doch weil sich immer mehr Kunden für die teuersten Modelle entschieden, dürfte das die Gewinne nicht schmälern.
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Stuttgart - Wiedeking lässt sich von der Konjunkturschwäche in Europa, der Rezession in den USA und dem Rauswurf aus dem Mdax nicht erschüttern - und verweist statt dessen auf seine Umsatzrendite. Nach eigenen Angaben ist Porsche erneut profitabelster Automobilhersteller der Welt geworden. "Das Unternehmen konnte seine Umsatzrendite vor Steuern von zuvor 11,9 auf 13,3 Prozent steigern", sagte der Vorstandschef am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz von Porsche in Stuttgart.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/2001 (31. Juli) hatte der Vorsteuergewinn mit 1,16 Milliarden Mark (592,4 Millionen Euro) erstmals die Milliardengrenze überschritten. Wiedeking meinte, damit seien die kühnsten Erwartungen der Analysten und Börsenbeobachter übertroffen worden.

Porsche will auch im laufenden Geschäftsjahr 2001/2002 den Erfolgskurs fortsetzen. In den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahres (bis Ende November) stieg der Konzernumsatz um 6,3 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro. Der Fahrzeugabsatz erhöhte allerdings nur noch um 1 Prozent auf 14.615 Stück. Selbst wenn angesichts der unsicheren Entwicklung der Weltwirtschaft im Gesamtjahr der Vorjahresabsatz nicht erreicht werden sollte, werde das Ergebnis von dem besseren Modell-Mix profitieren, hieß es. So habe die Baureihe 911 in den letzten überproportional um 5,7 Prozent auf 7.954 Einheiten zugelegt.

Aktienhändler zeigten sich am Mittwoch weitgehend unbeeindruckt. "Das meiste war bereits bekannt", begründete ein Händler einer Frankfurter Großbank die Kursentwicklung. Bis 11 Uhr Uhr legte der Kurs um 1,02 Prozent auf 403,97 Euro zu.

Eine Veränderung von nur einem Prozent oder rund 4 Euro sei noch innerhalb der zufälligen Schwankungsbreite, sagte der Händler. Nach seiner Erfahrung seien Kursbewegungen von 10 bis 15 Euro für den Wert normal. Dass der Markt die Zahlen für das erste Trimester weitgehend ignoriere merke man auch an den geringen Umsätzen.

Hoffen auf den S4

Trotz des im November gesunkenen Absatzes auf dem US-Markt bleibt die Porsche-Aktie für Merck Finck & Co weiterhin ein solider "Marketperformer". In ihrer am Dienstag in München veröffentlichten Studie geht Analystin Krista Kepler davon aus, dass sich der Wert mit einer Abweichung von 5 Prozent parallel zum Index entwickeln werde. Ende September hatte der Sportwagenbauer freiwillig auf die Notierung im MDAX verzichtet.

Die Expertin riet dazu, hinter die Schlagzeile zu schauen: Der Rückgang in Höhe von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr sei durch einzelne Modelle und nicht durch bestimmte Serien verursacht worden. So habe sich wahrscheinlich bei der Carrera-Reihe der Rückgang beim "Carrera 4 Coupé" zugunsten des Nachfolgermodells verschoben. Der "4 S" soll seine US-Premiere im Februar feiern - die Konsumenten würden dies abwarten.