Porsche Panamera-Bau soll 1200 Jobs schaffen
Leipzig Schon lange hatten "informierte Kreise" die Nachricht angekündigt, bis heute die Bestätigung aus Sachsen kam: Porsche hat sich bei der Fertigung seiner "vierten Baureihe" für den Standort Deutschland entschieden: Der Panamera wird in Leipzig gebaut das schafft alleine im dortigen Porsche-Werk 600 neue Arbeitsplätze.
Nach Meinung des Sportwagenherstellers aus Zuffenhausen hat die Standortentscheidung jedoch noch weitaus größere Auswirkungen: Insgesamt schaffe und sichere Porsche in Deutschland rund 2000 Jobs, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, als er heute in Leipzig die lange erwartete Entscheidung zum Panamera-Bau bekannt gab.
Denn die Rohkarosserie für das neue Modell, das von 2009 an jährlich 20.000 mal ausgeliefert werden soll, kommt aus dem Volkswagen-Werk Hannover, wo dadurch 500 Stellen gesichert würden, so Wiedeking. Es wäre die erste Zusammenarbeit der beiden Autohersteller, seitdem Porsche als Mehrheitsaktionär bei VW eingestiegen ist. Porsche hält 21 Prozent der Anteile des Wolfsburger Autobauers.
Zudem erwartet Wiedeking, dass bei Zulieferern für den Panamera in der Leipziger Region weitere 600 Arbeitsplätze entstehen werden. Wiedeking kündigte weiter an, dass auch in den Stammwerken in Stuttgart-Zuffenhausen und Weissach 400 neue Stellen geschaffen werden sollen.
Bisher arbeiten im Porsche-Werk Leipzig 400 Beschäftigte. Hauptsächlich montierten sie den Sport-Geländewagen Cayenne eine bereits bestehende Kooperation mit VW. Für den Panamera-Bau wird die Belegschaft jetzt kräftig aufgestockt. "Bereits bei der Produktion des Cayenne und des Carrera GT hat unser Leipziger Werk eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es Premium-Fahrzeuge in höchster Qualität herstellen kann", sagte Wiedeking. Für den Panamera, von dem noch kein Foto existiert, könnte der Achtzylinder-Motor des Cayenne verwendet werden.
Der Konzern will in Sachsen 120 Millionen Euro und insgesamt eine Milliarden Euro in das neue Modell investieren. Lange war die "vierte Baureihe" eines der bestgehüteten Geheimnisse bei Porsche - dann ließ Chef Wendelin Wiedeking im Juli vergangenen Jahres die Katze aus dem Sack: Ein sportliches viertüriges Coupé soll der Premiumkonkurrenz von Porsche künftig Marktanteile abjagen.
Wiedeking hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er sich freuen würde, mit dem Panamera Mercedes- oder BMW-Kunden zu Porsche hinüberziehen zu können. Auch andere Käufer sportlicher Limousinen wie etwa des Maserati Quattroporte haben die Zuffenhausener im Visier.
Über den Preis des Panamera gibt es in der Branche bislang nur Spekulationen. Realistisch sei ein Einstiegspreis von 100.000 Euro, lautet die gängige Meinung.
ank/dpa/Reuters